Aktualisiert 07.01.2016 15:18

LazarettKritik an Klopps Trainingsmethoden

Liverpool hat elf verletzte Spieler. Die laufintensive Taktik des neuen Trainers Jürgen Klopp kommt bei Experten nicht gut an.

von
heg

Das Gute vorneweg: Liverpool kann nach wie vor am Meisterschafts- und Cupbetrieb teilnehmen. Trainer Jürgen Klopp bringt ein Team zusammen. Das Schlechte: Der neue Coach der «Reds» hat eine ganze Mannschaft, die verletzt ist.

Die Stützen Philippe Coutinho, Dejangra Lovren und Kolo Touré kamen beim 1:0-Sieg im Ligacup-Halbfinalhinspiel am Dienstag gegen Stoke City dazu. Somit fehlen Klopp vor dem FA-Cupmatch am Freitag gegen den Viertligisten Exeter City elf Spieler. Eben eine ganze Mannschaft.

Fitnesstrainer prophezeite Verletzungskrise

Für den ehemaligen Liverpool-Coach Graeme Souness, der die «Reds» von 1991 bis 1994 trainierte, ist die Häufung angeschlagener Spieler keine Überraschung. «Fünf Oberschenkelverletzungen auf einmal können kein Zufall sein. Ein neuer Trainer kam und sprach von Gegenpressing über das gesamte Spielfeld. Es ist schwer, so über 90 Minuten zu arbeiten.»

Auch der holländische Fitnesstrainer Raymond Verheijen übt harte Kritik an Klopps Methoden, die der 48-jährige Deutsche bereits bei Dortmund anwendete. «Traurig, dass sich die Muskelverletzungen bei Liverpool häufen, seit Klopp dort arbeitet. Traurig, aber erwartbar.» Verheijen betreute bereits Spitzenclubs wie Manchester City, Chelsea oder Barcelona und sah das Unheil kommen. Vor Weihnachten prophezeite er auf Twitter die Verletzungsmisere.

«Wir regenerieren nur noch»

Klopp und die Muskelblessuren, das Thema ist nicht neu. Schon zu seiner Zeit als Trainer von Borussia Dortmund kursierte immer wieder die These, die hohe Zahl von Muskelfaserrissen und Zerrungen rühre von einem falschen Training und der extrem laufintensiven Taktik, die er seinen Teams verordnet.

Der Beschuldigte wehrt sich. «Wir trainieren nicht. Wir regenerieren nur noch», sagt Klopp zu den Vorwürfen. Liverpools Nationalspieler Adam Lallana nimmt seinen Trainer sogar in Schutz. «Wir haben zuletzt so viele Spiele gemacht, da haben wir in den Einheiten mehr regeniert als intensiv trainiert.»

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