Schule in Zürich-Leimbach - Kritik an Schulleiter-Wahl mit Abfindung von 650’000 Franken
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Schule in Zürich-LeimbachKritik an Schulleiter-Wahl mit Abfindung von 650’000 Franken

Der Präsident der zuständigen Kreisschulbehörde wurde zum Leiter der Schule Falletsche in Zürich-Leimbach gewählt. Dieser Entscheid stösst auf Unverständnis.

von
Lynn Sachs
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Roberto Rodriguez wird der neue Schulleiter des Schulhaus Falletsche in Zürich-Leimbach.

Roberto Rodriguez wird der neue Schulleiter des Schulhaus Falletsche in Zürich-Leimbach.

stadt-zuerich.ch
Rodriguez ist derzeit Präsident der Kreisschulbehörde. Aus diesem Grund stösst die Wahl auf Kritik.

Rodriguez ist derzeit Präsident der Kreisschulbehörde. Aus diesem Grund stösst die Wahl auf Kritik.

Tamedia/Urs Jaudas
Sowohl die Stadtzürcher Grünen als auch die SP hinterfragen den Entscheid.

Sowohl die Stadtzürcher Grünen als auch die SP hinterfragen den Entscheid.

Tamedia/Urs Jaudas

Darum gehts

  • Der amtierende Präsident der Kreisschulbehörde wird der neue Schulleiter der Schule Falletsche in Zürich-Leimbach.

  • Der Entscheid wird von verschiedenen Seiten scharf kritisiert, da er von der Behörde gewählt wurde, der er selbst vorsteht.

  • Zudem erhält er eine hohe Abfindung.

  • Die Kreisschulbehörde betont, dass sich der Präsident klar gegen seine Mitbewerber durchgesetzt habe.

Die Schule Falletsche in Zürich bekommt eine neue Leitung. Roberto Rodriguez soll dort Schulleiter werden. Dieser Entscheid stösst auf Kritik. Rodriguez ist der amtierende Präsident der zuständigen Kreisschulbehörde. Per Ende August gibt er seinen Posten ab.

Kritisiert wird, dass die Behörde ihren Präsidenten als Schulleiter im eigenen Schulkreis Uto ernannt hat, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Rodriguez erhalte für seinen freiwilligen Rücktritt eine Entschädigung von rund 650’000 Franken. Der Stadtrat hat die Abgangsentschädigung laut dem Bericht bewilligt.

«Das geht nicht»

Der Entscheid wird von Seiten der Stadtzürcher Grünen scharf kritisiert. «Was sich Rodriguez hier geleistet hat, zeugt von mangelnder Distanz und geht nicht», sagt der Parteipräsident Felix Moser zur Zeitung. Auch in den eigenen Parteireihen wird die Wahl des SP-Manns hinterfragt. «Das ist sowohl von der überparteilichen Geschäftsleitung der Kreisschulbehörde als auch vom ehemaligen Schulpräsidenten schon recht unsensibel», sagt Oliver Heimgartner, Co-Präsident der Stadtzürcher SP.

Laut dem Artikel bereitet eine Mutter eine Aufsichtsbeschwerde vor und es gab auch schon einen Brief an das Schuldepartement. FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger, der dem Departement vorsteht, nimmt schriftlich Stellung: «Ich bin überrascht, dass die Wahl von Roberto Rodriguez zum Schulleiter noch während seiner Präsidentschaft erfolgte.»

«Beste Lösung»

Roberto Rodriguez habe sich aufgrund «seiner langjährigen Führungserfahrung und seiner fundierten Kenntnisse des Stadtzürcher Schulsystems klar gegen seine Mitbewerber durchgesetzt», sagt Stephan Hegetschweiler, der Vizepräsident der Kreisschulbehörde, im Artikel. Man wisse, dass es sich um keine «alltägliche» Anstellung handle, es sei jedoch die beste Lösung gewesen.

Rodriguez selbst freut sich über die Wahl. Ihm sei bewusst, dass es sich um einen «unorthodoxer» Stellenwechsel handle. Er versichert jedoch, dass er alle nötigen Stufen durchlaufen habe und bei der Kreisschulbehörde im Ausstand gewesen sei.

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