Harassenlauf: Kritik von Behörden und Ehemaligen
Aktualisiert

HarassenlaufKritik von Behörden und Ehemaligen

Am Harassenlauf vom Reinacher (BL) Schwimmbad in die Grün 80 kam es zu Prügeleien und einer Messerstecherei. Behörden und Begründer verurteilen die «primitive» Entwicklung.

Zur Messerstecherei kam es um 18.30 Uhr beim Hügel der Metallskulptur in der Grün 80. «Es gab eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen», so Rolf Wirz von der Baselbieter Polizei. Insgesamt waren fast 40 teilweise stark betrunkene Personen beteiligt. «Auf einmal hatte einer ein Messer im Bauch», so Wirz. Lebensgefahr bestand für den 21-jährigen Schweizer aber keine.

Die Behörden ziehen ein ernüchterndes Fazit: «Es wurde mehr gesoffen und das Aggressionspotential war höher als letztes Jahr», sagt Barbara Umiker von der Sicherheitsdirektion. «Ich habe Kinder gesehen, die von ihren Eltern mit dem Auto hingefahren wurden – im Kofferraum das Bier!»

Mittlerweile sind auch ehemalige Harassenläufer offen gegen den Anlass: «Es ist eine Schande! Die Jugendlichen haben mit dieser Aktion das Klischee der besoffenen, primitiven Jugendlichen bestätigt», moniert Elvis*, einer der Begründer des Harassenlaufs. Diese Entwicklung habe mit der Ursprungsidee überhaupt nichts mehr zu tun, er schäme sich für alle Mitläufer. Polizei und Politik würden jetzt wohl reagieren. «Und das ist recht so», sagt der 34-Jährige. «Ich wende mich mit Tränen von dem Anlass ab.»

dd/hys

*Name geändert

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