Bundesrat kündigt Offensive an – Kritiker wappnen sich mit Zetteln gegen die «Impf-Türklopfer»
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Bundesrat kündigt Offensive anKritiker wappnen sich mit Zetteln gegen die «Impf-Türklopfer»

Der Bundesrat will die Impfnachfrage mit persönlichen Gesprächen steigern. Das passt nicht allen: Impf-Kritikerinnen und -Kritiker machen mit Zetteln an der Haustüre klar, dass sie kein Interesse haben.

von
Daniel Graf
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Solche und ähnliche Zettel hängen sich Impf-Kritikerinnen und Kritiker und  derzeit an die Haustüre. 

Solche und ähnliche Zettel hängen sich Impf-Kritikerinnen und Kritiker und derzeit an die Haustüre.

Screenshot Facebook
Sie wollen so verhindern, dass sie an der Haustüre in persönliche Gespräche über die Impfung verwickelt werden. 

Sie wollen so verhindern, dass sie an der Haustüre in persönliche Gespräche über die Impfung verwickelt werden.

Screenshot Facebook
Gesundheitsminister Alain Berset hatte zuvor eine Impfoffensive angekündigt. 

Gesundheitsminister Alain Berset hatte zuvor eine Impfoffensive angekündigt.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Der Bundesrat hat am Mittwoch eine neue Impfoffensive angekündigt.

  • Neben einer nationalen Impfwoche und mehr mobilen Impfstationen will er auch auf persönliche Gespräche setzen.

  • Impf-Kritikerinnen und -Kritiker bereiten sich bereits darauf vor: Mit Zetteln an ihren Haustüren wollen sie die Beratungspersonen auf Abstand halten.

Am Mittwoch präsentierte der Bundesrat seine neue Strategie, um die Impfnachfrage zu steigern. 71,2 Prozent Durchimpfungsrate bei der erwachsenen Bevölkerung sei nach wie vor zu tief. Nach heutigen Erkenntnissen müsste die Quote laut Bundesrat bei den über 65-Jährigen bei zirka 93 Prozent, bei den 18- bis 65-Jährigen bei etwa 80 Prozent liegen.

Um das zu erreichen, wollen Bund und Kantone neben einer nationalen Impfwoche und mobilen Beratungs- und Impfstellen auch auf persönliche Gespräche setzen. «Der Bund möchte auch noch unentschlossene Personen individuell beraten», heisst es in der entsprechenden Mitteilung. Die Beratungspersonen wüssten dabei nicht, ob eine Person, die sie ansprechen, schon geimpft sei oder nicht. «Weder Bund noch Kantone sind in Besitz solcher Daten.»

Bund plant 43 Millionen für Beratungspersonen ein

Die Kantone können die Beratungspersonen selbst rekrutieren, aber auch Organisationen oder Institutionen wie die Spitex oder verschiedene Beratungsstellen mit dieser Tätigkeit beauftragen. Dafür sind 43 Millionen Franken vorgesehen, die der Bund übernimmt.

Gegen persönlich Beratungsgespräche, etwa an der Haustür, regt sich allerdings bereits Widerstand. In der Facebook-Gruppe «Leben ohne Covid Zertifikat» postete eine Userin das Bild eines Zettels, den sie neben ihre Haustüre gehängt hat: «An die Tür-Klopfer. Keine Kundenwerbung. Dieses Grundstück verlangt 50 Schweizer Franken pro Minute, um irgendeiner Genexperiment(«Impf»)-Empfehlung zuzuhören», heisst es darauf (siehe Bildstrecke oben).

«Keine Lust, an der Haustür bequatscht zu werden»

Die Idee stösst auf Anklang – und findet Nachahmer. So etwa den 30-jährigen P. M.* aus dem Kanton St. Gallen. «Ich habe den Beitrag auf Facebook gesehen und finde die Idee super», sagt er. Er habe lediglich das Layout noch ein wenig angepasst und sich dann selber einen Zettel ausgedruckt und an die Wohnungstür gehängt.

Natürlich rechne er nicht damit, tatsächlich von irgendwem Geld zu erhalten. «Ich habe einfach keine Lust, dass irgendjemand an meiner Haustüre steht und mich zur Impfung zu überreden versucht. Ich habe mich entschieden, mich im Moment nicht impfen zu lassen und erwarte, dass dieser Entscheid respektiert wird», sagt M.

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