Randale vor dem KKL: Kroatien-Fans greifen Luzerner Polizisten an
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Randale vor dem KKLKroatien-Fans greifen Luzerner Polizisten an

Blutige Köpfe, herumfliegende Tische, panische Besucher: Nach dem EM-Aus sind kroatische Fans beim KKL Luzern ausgerastet und auf Polizisten losgegangen, wie ein Leser-Video zeigt.

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am/dwi/feb

Vor dem Osteingang des Bahnhofs Luzern artete die Situation völlig aus: Vermummte Kroatien-Fans werfen Eisenteile auf Polizisten und beschädigen den Wasserwerfer. (Video: Leser-Reporter)

Mit nacktem Oberkörper steht der Kroatien-Fan vor dem Bahnhof Luzern: Der mit einer Fahne vermummte Mann tritt aus der Meute heraus, hebt provozierend seine Hände. Dann schnappt er sich ein faustgrosses Eisenscharnier einer Baustelle und wirft es mit voller Wucht gegen angerückte Luzerner Polizeigrenadiere (siehe Video oben). Das Public-Viewing vor dem KKL Luzern artete am späten Montagabend in wüste Scharmützel zwischen der Polizei und Kroatien-Anhängern aus.

Über 700 Personen verfolgen vor dem KKL auf Grossleinwand das Spiel Spanien-Kroatien, darunter laut Polizeiangaben rund 500 Kroatien-Fans und 200 Italien-Anhänger. Bereits während der Partie gibt es Pöbeleien zwischen den Fanlagern, eine Pyro-Fackel wird gezündet. Mit dem Schlusspfiff und dem Ausscheiden Kroatiens eskaliert die Situation endgültig: «Die Fans sind mit Stühlen und Tischen aufeinander losgegangen, ein Mann ist mit einer Platzwunde am Kopf und blutendem Ohr an mir vorbeigelaufen und stürzte sich dann erneut in den Pulk», beschreibt ein Augenzeuge gegenüber 20 Minuten Online die Szenen vor dem KKL. Viele Besucher seien in Panik vor der prügelnden Meute geflüchtet.

Bereits beim ersten Spiel gab es Pöbeleien

Die Veranstalter des Public-Viewing vom KKL sind entsetzt: «Das Verhalten der Fans macht mich traurig», sagt Kai Bregenzer.

Die Randale ist aber nicht völlig überraschend gekommen. Bereits beim ersten Spiel der kroatischen Mannschaft gab es Pöbeleien. «Darum haben wir in Absprache mit der Polizei zusätzliche Sicherheitsleute aufgeboten und standen im engen Kontakt mit den Einsatzkräften», erklärt Bregenzer weiter.

Als sich die Randale zum Bahnhof verlagert, geht die Polizei massiv mit Wasserwerfern und Gummischrot gegen die rund 500 versammelten Kroatien-Fans vor. «Wir wurden selbst zum Zielobjekt der Krawallmacher und mussten sie zurückdrängen», begründet Kurt Graf von der Kapo Luzern das Vorgehen. So sei die Frontscheibe des Wasserwerfers zu Bruch gegangen. «Dazu ist massive Gewalt nötig», so Graf. Aufgrund der Autokennzeichen gehe die Polizei davon aus, dass nicht nur Fans aus Luzern, sondern auch aus den umliegenden Kantonen anwesend waren.

Grosser Frust beim KKL

Nach den wüsten Ausschreitungen machen sich die Veranstalter Gedanken über die Zukunft des Anlasses: «Gemeinsam mit der Stadt und der Polizei werden wir diskutieren, ob wir weiterhin Live-Spiele zeigen», sagt Kai Bregenzer. Ein definitver Entscheid sei noch nicht gefallen.

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