Aktualisiert 15.12.2010 16:17

Zoo ZürichKrokoleder ist zu dick für Amors Pfeil

Im Zoo Zürich leben seit einigen Wochen die philippinischen Krokodile Sulu und Mindoro. Ob sie die Hoffnung auf Krokodil-Nachwuchs je erfüllen? Denn bisher hats noch nicht gefunkt zwischen den beiden.

Eines der beiden im Zoo Zürich lebenden Krokodile.

Eines der beiden im Zoo Zürich lebenden Krokodile.

Dass der Funke noch nicht übergesprungen ist, könne unter anderem daran liegen, dass Sulu, das Weibchen, älter, grösser und insbesondere dominanter sei, sagte Zoo-Kurator Samuel Furrer. Sulu - aus einem Warschauer Zoo nach Zürich gekommen - misst zwei Meter, Mindoro knapp 1,50 Meter.

Zum Zeitpunkt der Medienkonferenz wirkt Sulu für Krokodil-Laien nicht sonderlich herrisch. Über der Wasseroberfläche sichtbar sind einzig ihre grün-braunen Augen, die ohne Blinzeln in die Gegend starren. Unter Wasser sind - vollkommen regungslos - der massige Leib und der eindrückliche Schwanz zu erkennen.

Mindoro hält sich versteckt und ist nirgends zu sehen. Dennoch sei zwischen den beiden eine «positive Dynamik» erkennbar, sagte der Kurator. Denn Mindoro könne in letzter Zeit immer öfter so genannte Komfortplätze in der Schauanlage im Exotarium nach seinen eigenen Vorstellungen nutzen.

Konkret heisst dies, dass er ab und zu ins 25 Grad warme Wasser darf, oder sich beim Fenster aufhalten kann. Um das Klima zwischen den beiden zu verbessern, gibts am Dienstag- und Freitagnachmittag Trainingseinheiten mit dem Target, einer Art farbigen Kochkelle.

Diese Trainings, welche stets mit der Fütterung in Verbindung stehen, haben zum Ziel, die Tiere in der Anlage gezielt zu bewegen, um sie einzeln und in Ruhe füttern zu können. So könnte Mindoro doch noch gross und stark werden und damit Sulu beeindrucken.

Trotz aller Unwägbarkeiten, in welche Richtung sich die Beziehung der beiden entwickelt, steht bereits ein Eiablageplatz für Sulu zur Verfügung. Dort könnte sie die erwarteten 7-20 Eier ablegen. 85 Tage später würden dann die Jungen schlüpfen.

Bedrohte Panzerechse

Das Philippinische Krokodil (Crocodylus mindorensis) ist die seltenste Panzerechsenart der Welt. 1998 war der Bestand auf den Philippinen auf weniger als hundert erwachsene Tiere geschrumpft.

2003 wurde die Mabuwaya Stiftung zum Schutz der Tiere gegründet. Der Zoo Zürich unterstützt mit Geldern die Aktivitäten der Mabuwaya-Stiftung. Zudem beteiligt er sich an einem europäischen Zuchtprogramm; ob mit Erfolg, ist noch offen.

Ein erster Paarungsversuch ist nämlich gescheitert. Mindoro und seine gleichaltrige Partnerin vertrugen sich nicht. Es kam zu Beissereien. Das Weibchen ist nun in der Quarantäne-Station und wird unter Umständen an einen anderen Zoo abgegeben. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.