Aktualisiert 27.09.2004 17:35

«Krokus – As Long As We Live»

Krokus – Aufstieg und Fall der CH-Metalband

DOKUMENTATION – Let’s face it: Solothurn ist nicht gerade die Wiege des Rock’n’Roll. Umso fantastischer mutet deshalb die Geschichte der fünf jungen Solothurner an, die Mitte der Siebzigerjahre aufbrachen, mit Gitarren, Schlagzeug und Bass die Rockwelt zu erobern. Reto Caduffs solides Rockumentary erzählt von den Sonnen- wie auch von den Schattenseiten des Starrummels, von Männerfreundschaften und Drogenproblemen, von Groupies und Geschlechtskrankheiten, kurz: vom Stoff, aus dem (Rock-)Helden sind.

Was erfahren wir? Dass Chris von Rohr schon früher eine grosse Klappe hatte, aber aufgrund gesanglicher und ästhetischer Defizite seine Position als Leadsänger schon bald an den Malteser Marc Storace abtreten musste. Dass Fernando von Arb in den frühen Achtzigern mit blondiertem Haar plötzlich blödere Musik machte. Dass Manager Butch Stone mit Krokus «näher an den Fluss, in dem das Geld fliesst» wollte, und dass in Amerika zwar alles viel grösser, schneller und besser, dafür aber die Heimkehr in das Nebelloch umso bitterer ist.

An das ganz grosse Geld kamen Krokus übrigens nach all den Jahren nicht, obwohl sich das Finanzamt nach der Befindlichkeit des Schlagzeugers Freddy Frutig mit den Worten erkundigte: «Wo sind die Millionen?»

Alles in allem also eine vergnügliche Angelegenheit, umso mehr als die DVD nicht verwendete Ausschnitte aus den zahlreichen Interviews und diverse Musikvideos enthält. Letztere sind teilweise tatsächlich zum Lachen.

Martin Söhnlein

«Krokus – As Long As We Live» mit Chris von Rohr, Fernando von Arp, Marc Storace, Regie: Reto Caduff. Warner.

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