Kronprinz bittet Medien um Distanz
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Kronprinz bittet Medien um Distanz

Der japanische Kronprinz Naruhito hat die Medien um mehr Ruhe für seine Frau Prinzessin Masako gebeten.

Die Herausforderungen des Palastlebens, die Mutterrolle und die öffentlichen Forderungen nach einem männlichen Erben hätten seine Ehefrau erschöpft, sagte Naruhito, der am Montag seinen 44. Geburtstag feierte. Die 40-jährige Prinzessin hatte im vergangenen Monat erklärt, ihr Gesundheitszustand habe sich angesichts des immensen Drucks verschlechtert. Im Dezember wurde sie wegen einer Gürtelrose im Krankenhaus behandelt.

Masako hatte schon in der Vergangenheit angedeutet, sie habe Probleme, sich an das Leben an der Seite der Kronprinzen zu gewöhnen. Die Harvard-Absolventin hatte 1993 eine vielversprechende Karriere beim Aussenministerium aufgegeben, um Naruhito zu heiraten. Sie erlitt eine Fehlgeburt, bevor 2001 Tochter Aiko geboren wurde. Trotzdem bestehe der Druck weiter, einen männlichen Erben und damit einen Thronfolger zu zeugen, sagte Naruhito. Er äusserte sich schon am Donnerstag, die Medien wurden jedoch gebeten, seine Äusserungen erst am Montag zu veröffentlichen.

Er wünsche sich, dass die kleine Aiko mehr mit Kindern ihres Alters spielen könne, erklärte der Kronprinz weiter und forderte die Medien auf, Distanz zu wahren. Es werde noch einige Zeit dauern, bevor Masako ihren Pflichten als Kronprinzessin wieder nachkommen werde. Sie solle jedoch mehr Freiheiten bekommen, sich auch ausserhalb des Palastes zu bewegen.

Aikos Geburt hatte vor zwei Jahren eine Debatte darüber ausgelöst, ob auch Mädchen den Chrysanthemen-Thron besteigen können. Nach einem Gesetz, das nach dem Zweiten Weltkrieg verabschiedet wurde, ist das bisher nur Söhnen erlaubt. (dapd)

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