Mission gescheitert: Krueger-Team verpasst WM-Viertelfinals
Aktualisiert

Mission gescheitertKrueger-Team verpasst WM-Viertelfinals

Die Schweiz bezwang die USA zum Abschluss der WM-Zwischenrunde erst in der Verlängerung mit 4:3. Der Siegtreffer von Roman Wick (61.) kam zu spät. Das Out wäre nur in der regulären Spielzeit abzuwenden gewesen. Wick traf 14 Sekunden zu spät, nicht nach 59:59, sondern nach 60:13.

Geträumt haben die Gastgeber vom grossen Coup. Der Vorstoss unter die besten acht Nationen galt als Minimalziel. Nun hat Ralph Krueger den wohl grössten Rückschlag seiner zwölfjährigen Amtszeit zu verdauen. Erstmals seit der WM in Riga haben die Schweizer die Viertelfinals verpasst - nun aber erstmals im eigenen Land. Das wird vor allem Krueger massiv Kritik eintragen.

Nach zwei herben Enttäuschungen stemmten sich die Schweizer gegen die amerikanische NHL-Auswahl mit vereinten Kräften und angetrieben vom wunderbar stimmgewaltigen Anhang gegen den verfrühten Abschied von der WM-Bühne. Mehr als ein zwar respektables, aber letztlich wertloses 3:3 erreichten sie in der regulären Spielzeit nicht. Plüss' Ausgleich in der 50. Minute blieb das letzte Highlight. Gefordert war ein Sieg - Game over vor der Overtime.

Zweimal erarbeitete sich die Schweiz eine Führung, zweimal konterten die Amerikaner. Als Romano Lemm kurz nach Spielmitte mit seinem zweiten Turniertor zum 2:1 traf, wähnten die wieder über 10 000 Supporter das Glück endlich auf Seiten der Gastgeber. Obschon die US-Boys den zweiten Abschnitt deutlich beherrschten (17:4 Schüsse), führten die aufopfernd kämpfenden Schweizer.

Mit Lemms Treffer wechselte das Momentum gleichwohl nicht die Seite - und vom Glück begünstigt waren die Schweizer ohnehin schon während des gesamten Turniers nie. Ein Beleg dafür sind jene Sekunden vor dem zweiten Ausgleich der Nordamerikaner. Thomas Zieglers Schuss prallte vom Pfosten zurück, das unmittelbare Break endete mit Higgins' 2:2.

Dass ausgerechnet der zuvor starke Keeper Martin Gerber das Comeback der US-Equipe mit einem Fehlgriff ermöglichte, passte irgendwie ins schiefe Bild; die Vorgeschichte zum 2:3 ebenfalls. Im Schweizer Boxplay wertete der Referee eine harmlose Intervention Jeannins als Foul. Die unverhoffte Offerte schlug Ron Hainsey nicht aus. Zwölf Sekunden vor der zweiten Pause markierte der Atlanta-Verteidiger sein zweites Tor.

Eishockey WM Zwischenrunde

Schweiz - USA 4:3 (1:0, 1:3, 1:0, 1:0) n.V.

PostFinance-Arena, Bern. - 10 317 Zuschauer. - SR Orszag/Piechaczek (Slk/De), Bouguin/Kicha (Fr/Ukr).

Tore: 10. Ambühl (Blindenbacher, Streit/Ausschlüsse Backes, Brown) 1:0. 26. Hainsey (Pavelski/Ausschluss Paterlini) 1:1. 32. Lemm (Jeannin) 2:1. 36. Higgins (Ballard) 2:2. 40. (39:48) Hainsey (O'Sullivan/Ausschlüsse Ambühl, Jeannin) 2:3. 50. Plüss (Du Bois, Rüthemann) 3:3. 61. (60:13) Wick (Seger) 4:3.

Strafen: 7mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 4mal 2 plus 5 Minuten (Backes) plus Spieldauer (Backes) gegen die USA.

Schweiz: Gerber; Streit, Weber; Blindenbacher, Bezina; Du Bois, Seger; Josi; Wick, Jeannin, Lemm; Paterlini, Ziegler, Déruns; Rüthemann, Plüss, Ambühl; Sprunger, Sannitz, Monnet; Romy.

USA: Esche; Hainsey, Suter; Johnson, Liles; Niskanen, Ballard; Bogosian; Brown, Backes, Blake; Okposo, O'Sullivan, Oshie; Pavelski, Higgins, Shannon; Stafford, Stempniak, Wilson; Foligno.

Bemerkungen: Schweiz ohne Rüeger (Ersatzgoalie), Gardner (Handverletzung), Furrer (überzählig). 8. Sprunger mit Verdacht auf Nackenverletzung ausgeschieden. Schweiz ab zweitem Drittel ohne Blindenbacher. Pfostenschüsse: 35. Ziegler; 38. Higgins. 59. Blake. Schweiz ab 58:30 bis 59:48 und ab 59:55 ohne Goalie. 29. Tor der USA annulliert wegen hohen Stocks. Schüsse: Schweiz 25 (10-3-11-1). USA 23 (6-13-4-0). Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/3, USA 2/4.

LIVE-TICKER

mit Res Blum

61. Eine trostlose Angelegenheit, aber Wick sorgt mit seinem Tor nach 13 Sekunden für eine schnelles Ende und trifft zum 4:3 für die Schweiz.

60. Bully vor dem Schweizer Tor, Gerber zurück im Kasten und dann ists vorbei. Die Schweiz scheitert und schafft die Viertelfinals nicht, zur Strafe gehts noch in die Verlängerung.

60. Tor für die USA, Blake trifft ins leere Tor, aber das Spiel war unterbrochen..., doch kein Tor, 29 Sekunden vor Ende.

60. Gerber bleibt draussen, die Amis können befreien und treffen nur den Pfosten.

59. Plüss scheitert mit einem Versuch, noch bleiben knapp 2 Minuten, auch Lemm bringt seinen Schuss nicht ins Ziel, Gerber geht raus, Krueger nimmt das Time-Out.

58. Noch 180 Sekunden, Krueger muss sich was einfallen lassen.

56. Die Uhr läuft gnadenlos runter.

54. Blake verpasst die Führung für die Amis, verpasst eine scharfe Hereingabe, ein bisschen fahrlässig die Schweizer Defensive in dieser Aktion.

53. Gut für die Schweizer, dass die Amis bereits qualifiziert sind und weiterhin unbekümmert nach vorne spielen, so ergeben sich gute Konterchancen für die Eisgenossen.

50. Soweit so gut, noch fehlt aber ein Tor fürs Weiterkommen.

49. Tor für die Schweiz! Plüss schliesst einen schnellen Schweizer Konter über Ambühl und Du Bois mit dem 3:3 Ausgleich ab.

49. Noch zehn Minuten bleiben den Schweizern...

48. Die Amis sind wieder komplett, keine einzige Chance in zwei Minuten für die Schweiz, das war nichts.

46. Die US-Boys nutzen auch in Unterzahl jede Möglichkeit zum Konter, es kommt zum Bully vor Gerber.

45. Deruns holt eine Strafe raus, Youngster Bogosian sitzt die 2 Minuten ab.

44. Innert Kürze vergeben Ambühl und Romy den Ausgleich, immerhin machen die Schweizer nochmals Dampf und versuchen alles, um dieses Spiel nochmals umzubiegen.

42. Das Team Schweiz ist wieder komplett, verhaltene Hopp-Schwiiz-Rufe gehen durch Rund.

41. Das Schlussdrittel beginnt, die Schweiz braucht noch zwei Tore und darf keines mehr kassieren, und das in den nächsten zwanzig Minuten. Die Schweiz beginnt in Unterzahl.

40. Die Sirene ertönt, 40 Minuten vorbei, die Schweiz liegt mit 2:3 hinten, die Chancen auf den Viertelfinal schmelzen mit jeder unnötigen Strafe der Krueger-Boys dahin.

40. Und wieder hats eingeschlagen bei Gerber, Hainsey macht kurzen Prozess und hämmert den Puck zum 2:3 ins Netz.

40. Und gleich noch eine Strafe gegen die Schweiz, 36 Sekunden vor Drittelsende meldet sich Jeannin wegen Beinstellens für 2 Minuten ab.

39. Auch die US-Amerikaner haben einen Pfostenschuss zu beklagen, Okposo trifft nur den Pfosten, dafür dürfen sie wieder in Überzahl ran, Ambühl wurde wegen Stockschlags mit zwei Minuten bestraft.

38. Diesen erneuten Dämpfer müssen die Schweizer zuerst verkraften, auch die Fans in der Bern-Arena sind ziemlich konsterniert.

36. Pech für die Schweiz, Ziegler trifft nur den Pfosten, im Gegenzug macht Higgins das 2:2, Gerber sieht nicht gut aus beim Gegentor.

34. Mit 4 gegen 4 haben die Amis leichtes Übergewicht, können davon aber kein Kapital schlagen, beide Teams mittlerweile schon wieder komplett.

32. Je eine Strafe auf beiden Seiten, Streit sitzt 2 Minuten für die Schweiz ab.

31. Tor für die Schweiz! Lemm trifft aus kurzer Distanz zum vielumjubelten 2:1.

28. Der Puck liegt schon wieder im Schweizer Tor, ein Ablenker lässt Gerber keine Chance, aber evt. entscheiden die Schiris auf Hohen Stock...- und der Treffer wird tatsächlich nicht gegeben, Glück für die Schweizer.

27. Schon wieder eine Strafe gegen die Schweiz, wegen Spielverzögerung, und das nachdem Wick nur knapp das erneute Führungstor verpasst hat.

26. Tor für die USA! Hainsey trifft zum 1:1.

25. Strafe gegen die Schweiz, Paterlini muss für 2 Minuten raus.

24. Higgins nimmt Anlauf und lässt alle stehen, sein Schuss gerät aber zu hoch. Mit Blake stellt sich der nächste Ami bei Gerber vor, muss aber erfolglos abdrehen.

23. Auch die Amerikaner sind wieder in Vollbestand.

22. Die beiden Schweizer sind wieder zurück auf dem Eis, nun müssen sich die US-Boys in Unterzahl wehren.

21. Das 2. Drittel beginnt, die USA noch immer in Überzahl.

20. Pause in Bern, die Schweiz führt nach dem 1. Drittel mit 1:0, Ambühl gelang der Treffer in doppelter Überzahl. Die Partie begann denkbar schlecht, Julien Sprunger musste nach einem Check von Backes mit der Bare vom Eis getragen werden und wurde mit Verdacht auf Nackenverletzungen ins Spital gebracht. Das Team von Ralph Krueger fand aber die richtige Antwort darauf und geht mit knappen Vorsprung in die erste Drittelspause.

20. Aber auch die Amis kassieren noch eine 2 Minuten Strafe, die Schweizer können sich bei O'Sullivan bedanken, das mindert den Druck zu Beginn des Mitteldrittels.

20. Strafe gegen Bezina, die erste für die Schweiz überhaupt, und dann gleich noch eine zweite hinterher, Du Bois gesellt sich zu Bezina, nun dürfen die US-Boys mit 5 gegen 3 ran, die Schweizer werden nochmals auf die Probe gestellt.

17. Gerber merzt eine Unaufmerksamkeit seiner Vorderleute ab, auf den Keeper ist Verlass, auch der Schuss von Suter lässt ihn unbeeindruckt.

15. Bisher haben die Schweizer alles umgesetzt, was sie im Vorfeld der Partie angekündigt haben, jede Minute mit Willen und Leidenschaft absolvieren, nicht nachlassen, keine unnötigen Strafen kassieren, sogar das Führungstor ist gelungen - alles läuft nach Plan bisher.

12. Die USA wieder komplett, immerhin ein Tor hat die Schweiz aus der fünfminütigen Überzahl erzielen können.

10. Tor für die Schweiz! Ambühl bricht den Bann und trifft zum 1:0 für die Schweiz. Esche lässt einen Schuss von Blindenbacher abprallen, Ambühl ist zur Stelle und bleibt cool.

8. Streit nimmt den ersten Schuss, bleibt aber hängen. Auch der zweite kommt vom NHL-Mann, aber auch der bleibt hängen.

8. Immerhin können die Schweizer nun während 5 Minuten in Überzahl agieren. Und da mit Brown der nächste US-Spieler zur Strafbank muss, sogar mit 5 gegen 3.

7. Auf der Bank der Schweizer herrscht Ratlosigkeit, bange Momente für ihren Teamkollegen, die Zuschauer muntern den verletzten Sprunger mit einem warmen Applaus auf.

7. Hopp-Schwiiz-Rufe gefolgt von einem Pfeifkonzert, Sprunger liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden, der Teamarzt fordert eine Bahre, es sieht nicht gut aus für den Fribourger. Ein fieser Check eines US-Amerikaners, Sprunger war im Begriff aufzustehen, konnte den Gegner nicht sehen. Für den ist der Match natürlich gelaufen, David Backes verlässt das Eis und kommt nicht wieder.

5. Den ersten Lacher holen sich die Amis, statt einem Schuss aufs Tor von Gerber abzufeuern, stolpert der US-Boy ohne fremde Einwirkung.

4. Ambühl bringt die Scheibe vors Tor, aber Esche steht in der Ecke und behändigt den Puck.

3. Seger prüft US-Keeper Esche ein erstes Mal, der Schuss des ZSC-Captains ist aber eine leichte Beute.

1. Das 1. Drittel läuft, der Puck ist wieder im Spiel, die Schweiz wieder auf dem Eis, nur knapp 24 Stunden nach dem Debakel gegen Schweden.

- Das Spiel beginnt in Kürze, die Schweizer Spieler sind heiss und warten auf den Anpfiff der entscheidenden Partie.

20 Minuten Online berichtet ab 20.15 Uhr live von der entscheidenden Partie der Schweiz gegen die USA.

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