Aktualisiert 06.07.2012 10:13

Tage der Wahrheit

Krummenacher zittert um seine Karriere

Randy Krummenachers Teamchef Marco Rodrigo stellt vor dem GP von Deutschland die Vertrauensfrage. Der Zürcher muss sich gewaltig steigern - denn auch ein Schweizer drückt nach.

von
Klaus Zaugg, Sachsenring

Fährt Randy Krummenacher (22) auch 2013 in der Moto2-WM? Diese Frage wird in den nächsten Rennen beantwortet. Krummenacher schaffte 2007 bereits im siebten Rennen den ersten Podestplatz – Tom Lüthi hatte dafür 13 Rennen gebraucht. Doch seither stagniert er mit den WM-Schlussrängen 13., 15., 21., 9. (125 ccm) und 18 (Moto2) auf mittelmässigem Niveau. Zurzeit liegt er im Moto2-WM-Zwischenklassement auf Platz 16.

Nun stellt sein Teamchef Marco Rodrigo vor dem GP von Deutschland auf dem Sachsenring erstmals die Vertrauensfrage und sagt gegenüber 20 Minuten Online: «Wenn es so weitergeht wie bisher, dann fährt Randy Krummenacher 2013 nicht mehr für uns.» Die Klassierungen in den Moto2-Rennen dieser Saison: 11., 22., 19., Sturz., 8., 14. und zuletzt 11. in Assen nach dem bisher besten Trainingsresultat (4.).

Krummenacher erhält volle Unterstützung

Der Teamchef setzt aber nicht einfach Druck auf. Marco Rodrigo hat seine einjährige Auszeit mit seiner Familie in Florida beendet und ist ab dem Sachsenring wieder bei jedem Rennen dabei. Er wird sich intensiv um seinen Piloten kümmern und ihm die bestmöglichen Voraussetzungen bieten, die Karriere zu retten. «Er hat viel Talent. Aber er hat es bis jetzt nicht geschafft, dieses Talent in Resultate umzusetzen.»

Randy Krummenacher hat noch zehn Rennen Zeit, seinen Teamchef zu überzeugen. Vor einem Jahr hat er hier auf dem Sachsenring sein bisher bestes Moto2-Resultat herausgefahren – Platz 4 vor Tom Lüthi. Aber in den restlichen acht Rennen der Saison 2011 klassierte er sich nie mehr in den WM-Punkten (1. – 15.). Eine solche zweite Saisonhälfte kann sich Randy Krummenacher nicht mehr leisten.

Noch ist alles offen

Marco Rodrigo setzt diese Saison im «Racing Team Switzerland» Randy Krummenacher in der Moto2-WM ein und finanziert die Karriere des Spaniers Luis Salom (20) in der Moto3-WM. Er wird sich auch 2013 an der Töff-WM beteiligen.

Aber er lässt bewusst offen, mit welchen Fahrern und in welchen Klassen. «Es ist möglich, dass wir mit Randy Krummenacher und Luis Salom in der Moto2-WM fahren. Oder mit Luis Salom in der Moto3-WM. Denkbar ist aber auch, dass wir erneut nur einen Fahrer in der Moto2-WM einsetzen – das kann Randy Krummenacher, Luis Salom oder Jesko Raffin sein.»

Jesko Raffin, das grosse Schweizer Talent

Jesko Raffin (16) gilt als grösstes Schweizer Töfftalent. Marco Rodrigo setzt den Zürcher diese Saison mit grossem Erfolg in der spanischen Moto2-Meisterschaft ein (zuletzt ein 5. Platz). Ein Nachfolger für für Randy Krummenacher steht also bereit.

Das macht seine Aufgabe nicht eben leichter. Zumal es noch diese Saison zum Direktkampf kommen könnte: Marco Rodrigo versucht, Jesko Raffin in einem der restlichen GP mit einer Wild Card das GP-Debüt zu ermöglichen.

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