Inserat auf Ricardo - Krypto-Briefmarke wird für eine halbe Million versteigert
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Inserat auf RicardoKrypto-Briefmarke wird für eine halbe Million versteigert

Die erste Schweizer Krypto-Briefmarke der Post war schnell ausverkauft. Jetzt tauchen erste Inserate auf Ricardo auf. Ein Anbieter versteigert die digitale Marke für 490’000 Franken.

von
Barbara Scherer
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Auf Ricardo verlangt ein Verkäufer 490’000 Franken für die Krypto-Briefmarke der Post. Der Sofort-Kaufpreis liegt bei fast zwei Millionen.

Auf Ricardo verlangt ein Verkäufer 490’000 Franken für die Krypto-Briefmarke der Post. Der Sofort-Kaufpreis liegt bei fast zwei Millionen.

Screeenshot Ricardo
Es handelt sich um die seltenste der digitalen Marken. Es ist der Pilatus und ein Drache darauf abgebildet.

Es handelt sich um die seltenste der digitalen Marken. Es ist der Pilatus und ein Drache darauf abgebildet.

screenshot Ricardo
Gesamt hat die Post 175’000 Exemplare verkauft mit 13 unterschiedlichen Sujets. 

Gesamt hat die Post 175’000 Exemplare verkauft mit 13 unterschiedlichen Sujets.

Post

Darum gehts

  • Auf Ricardo wird eine Schweizer Krypto-Briefmarke für fast eine halbe Million versteigert.

  • Es handelt sich um das seltenste Sujet.

  • Ricardo prüft teure Angebote speziell.

Innerhalb weniger Stunden war sie ausverkauft: Die erste Schweizer Krypto-Briefmarke von der Post. Jetzt werden die ersten Marken auf Ricardo verkauft – und das zu horrenden Preisen. So versteigert ein Anbieter eine Krypto-Briefmarke für 490’000 Franken. Der Sofort-Kaufpreis liegt bei stolzen 1.9 Millionen Franken.

Es handelt sich dabei um die seltenste der Swiss Crypto Stamps. Auf der Marke ist der Pilatus mit einem Drachen abgebildet. Krypto-Briefmarken mit dieser Abbildung hat die Post gesamt nur 50 Mal verkauft. Zum Vergleich: Das häufigste digitale Sujet gibt es 65’000 Mal.

Übergeben wird die Briefmarke laut Angaben des Verkäufers beim Notar in Zürich. Auf Wunsch gebe es auch ein Video. Gebote hat das Inserat aber noch keine. «Der Kaufpreis ist nur wenig übertrieben», heisst es in einem Kommentar zum Angebot. Schliesslich liegt der Originalpreis bei 8,90 Franken.

So funktioniert die Krypto-Briefmarke:

Am 25. November hat die Post die erste Schweizer Krypto-Briefmarke auf den Markt gebracht. Gesamthaft 175’000 Exemplare mit 13 verschiedenen Sujets wurden verkauft. Die Swiss Crypto Stamp besteht aus einer physischen Briefmarke, die normal verwendet werden kann. Die gleiche Marke gibt es zusätzlich digital als Krypto-Marke: Die Briefmarke ist in einer Blockchain gespeichert. Um die Swiss Crypto Stamp in ein Digital Wallet zu transferieren, benötigt man einen Ethereum-Browser. Die Krypto-Marken können online gesammelt, getauscht und gehandelt werden.

Gemäss Ricardo-Richtlinien sind Versteigerungen in dieser Höhe in Ordnung. Denn es gibt beim Online-Marktplatz keine Preisgrenze nach oben. Zudem greift das Unternehmen grundsätzlich auch nicht in die Preisgestaltung ein, wie es auf Anfrage heisst. Es dürfe sich einfach nicht um eine vorsätzliche Täuschung handeln.

Sehr teure Angebote prüft Ricardo speziell. So kommt es immer wieder zu teuren Versteigerungen: Ende Oktober hat jemand ein Kleeblatt für 1.2 Millionen Franken angeboten. Einige Wochen davor wurde ein Rollbrett von Skateboard-Legende Jay Adams für 1.7 Millionen Franken zum Verkauf angeboten.

Krypto-Briefmarke gehört zum NFT-Markt

Dass nun einzelne Krypto-Briefmarken bereits für ein Vielfaches weiterverkauft werden, erstaunt Daniel Diemers, Blockchain-Experte bei SNGLR Group, nicht: «Das zeigt die Dynamik des Marktes für digitale Vermögenswerte.» Dabei falle die digitale Briefmarke in den Markt der Non-Fungible-Token (NFT).

Als NFT wurden bereits Bilddateien wie etwa das «Disaster Girl»-Meme für 374’000 Franken verkauft. Dabei wächst der NFT-Markt stark: «Seit Juli hat sich der Durchschnittswert eines NFT verfünffacht», erklärt Diemers.

Ob sich digitale Briefmarken in dem NFT-Markt durchsetzen können, sei aber noch unklar. Schliesslich spreche die Krypto-Briefmarke zwei sehr unterschiedliche Szenen an: die klassischen Briefmarkensammler und Briefmarkensammlerinnen und die NFT-Fans.

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