Bitcoin-Versteck: Hier waren 3 Milliarden Dollar gebunkert

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Bitcoins geklautKrypto-Trickser bunkerte 3 Milliarden Dollar unter dem Parkett

Die US-Steuerbehörde hat ein gigantisches Kryptovermögen beschlagnahmt. Das geklaute Geld war in einem Tresor und einer Popcorndose verstaut. Dem Hacker drohen 20 Jahre Haft.

von
Tobias Bolzern
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Hier war das Vermögen gebunkert: In einem Safe in Georgia fand der IRS Bitcoins mit einem Milliardenwert. 

Hier war das Vermögen gebunkert: In einem Safe in Georgia fand der IRS Bitcoins mit einem Milliardenwert. 

IRS
Dazu wurden bei der Hausdurchsuchung auch noch Bargeld und Edelmetall sichergestellt. 

Dazu wurden bei der Hausdurchsuchung auch noch Bargeld und Edelmetall sichergestellt. 

IRS
Die Kryptowährung war auch auf einem Mini-Computer in einer Popcorndose gespeichert. 

Die Kryptowährung war auch auf einem Mini-Computer in einer Popcorndose gespeichert. 

IRS

Darum gehts

  • Ein 32-jähriger Mann hat über 50’000 Bitcoins geklaut.

  • Das Geld kam 2012 beim Marktplatz Silk Road abhanden.

  • Er nutzte einen einfachen Trick, um ans Geld zu kommen.

  • Nun drohen dem Dieb insgesamt 20 Jahre Gefängnis.

Agenten der US-Steuerbehörde IRS haben in einem Haus im US-Bundesstaat Georgia ein riesiges Kryptoversteck gefunden. Am 9. November 2021 durchsuchten sie die Räumlichkeiten und fanden 50’491 Bitcoins. Zu diesem Zeitpunkt betrug deren Wert rund 3,3 Milliarden Dollar. Die Bitcoins waren in einem Unterbodensafe und auf einem Mini-Computer in einer Popcorndose versteckt, die unter Decken in einem Badezimmerschrank lag. 

Ausserdem fanden die Beamten bei der Durchsuchung des Hauses 661’900 Dollar Bargeld, acht Silberbarren mit einem Gesamtgewicht von 1,2 Kilogramm und rund 100 Gramm Gold, wie das Justizministerium Anfang der Woche mitteilte. Laut der Mitteilung hat der 32-jährige Jason Zhong zugegeben, das Geld im September 2012 von Silk Road geklaut zu haben. Ihm drohen bis zu 20 Jahre Gefängnis.

«Dubba» half beim Diebstahl

Über den illegalen Darknet-Marktplatz Silk Road wurden zwischen 2011 und 2013 zig Milliarden Dollar und tonnenweise Drogen umgesetzt. Zhong war damals ebenfalls auf Silk Road aktiv. Er hatte es allerdings nicht auf Drogen abgesehen, sondern nutzte eine Lücke im System, um sein Kryptogeld zu vermehren. Dazu erstellte er mehrere Accounts etwa mit den Pseudonymen Thetormentor, Suxor oder Dubba. Auf die Konten zahlte er dann Geld ein.

Nachdem die Bitcoins angekommen waren, stellte er innerhalb einer Sekunde mehrere Anfragen, um das Geld wieder abzuheben. Weil nicht geprüft wurde, ob das Geld überhaupt noch vorhanden war, wurde es mehrfach an Zhong zurück überwiesen. In einem Fall überwies er 500 Bitcoins und hob kurz darauf mit dem Trick 2000 Bitcoins ab. An einem anderen Tag konnte er mit dem Trick rund 3000 Bitcoins erbeuten, wie es in einem Dokument des IRS heisst. Zum Vergleich: Damals lag der Wert für einen Bitcoin bei rund zehn Dollar. 

Vermögen unberührt

In den darauffolgenden neun Jahren hat Zhong den Betrag offenbar fast vollständig unangetastet gelassen. Dies vielleicht aus Angst, dass ein Wechsel in reguläre Währung die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich ziehen würde, schreibt «Wired». Die hatte er dennoch: «Die Strafverfolgungsbehörden konnten dank moderner Kryptowährungsverfolgung und guter, altmodischer Polizeiarbeit diese beeindruckende Menge an Bitcoins aus Straftaten aufspüren und sicherstellen», heisst es in der Mitteilung weiter. Ihnen gelang es, das Geld zu einer Kryptobörse zu verfolgen, was die Identität Zhongs aufdeckte. Das sichergestellte Vermögen fliesst nun zum US-Finanzministerium. 

Das Individuum X

Der Fall von Zhong erinnert an einen anderen Fall aus dem Jahr 2020. Damals gelang es dem IRS fast 70’000 Bitcoins sicherzustellen. Diese wurden ebenfalls vom Marktplatz Silk Road gestohlen. Wer hinter dem Hack steckte, ist bis heute nicht öffentlich bekannt. In den IRS-Akten wird der Angeschuldigte nur als Individuum X bezeichnet. Silk Road war bis im Oktober 2013 aktiv. Der Gründer der Plattform, Ross Ulbricht, sitzt seither hinter Gittern. Er wurde 2015 zu einer doppelten lebenslangen Haftstrafe plus 40 Jahre ohne eine Möglichkeit einer Bewährung verurteilt. Ulbrichts Berufungen waren bisher ergebnislos.

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