Aktualisiert 11.04.2019 09:53

SchwyzKu-Klux-Klan provoziert grosse Gegendemo

An der Fasnacht zog ein Ku-Klux-Klan öffentlich durch Schwyz. Am Samstag nun zieht die Gegendemo «Schwyz ist bunt – zusammen gegen Rassismus» durch die Strassen.

Der Ku-Klux-Klan, wie er durch Schwyz marschierte. Die Polizei ermittelte später sämtliche zwölf KKK-Brüder und hielt fest, dass sie bisher nicht im Bereich Rechtsextremismus verzeichnet seien.

Weisse Kutten, brennende Fackeln, Keltenkreuz-Flagge: So marschierten an der Fasnacht zwölf Schweizer im Alter von 18 bis 30 Jahren durch Schwyz – dieser Ku-Klux-Klan sorgte schweizweit für grosses Aufsehen, die Polizei ermittelte die zunächst unbekannten Mitglieder der Gruppe.

Am Samstag, 13. April nun zieht eine andere Gruppierung durch Schwyz: Ab 14 Uhr findet die bewilligte Demonstration «Schwyz ist bunt – zusammen gegen Rassismus» statt. «Das war kein dummer Lausbubenstreich, sondern politisch motivierter Rassismus. Hier wird Schweizer Kulturgut für rassistische und menschenverachtende Ideologien missbraucht. Deswegen steht nun Schwyz landesweit in den Medien», heisst es in der Ankündigung. Die Demo solle nun zeigen, «dass Schwyz kein Nazinest ist, sondern ein bunter Flecken mit vielen tollen Leuten, wo sich alle sicher fühlen können.» Organisiert wird die Demo vom «Bunten Bündnis Schwyz».

Gemeindepräsident ortet kein Rassismusproblem

Die Ermittlungen der Polizei nach dem Ku-Klux-Klan-Auftritt hatten ergeben, dass die identifizierten Personen bisher nicht im Bereich Rechtsextremismus der Polizei verzeichnet waren. «Es ist für uns eine schräge Situation, wir hatten in Schwyz bisher weder links- noch rechtsextreme Situationen», liess sich der Schwyzer Gemeindepräsident Xaver Schuler (SVP) nach dem Auftritt der KKK-Brüder zitieren.

Szene-Kenner widerspricht Gemeindepräsidenten

Am Dienstag nun laden die Gegendemo-Organisatoren den Rechtsextremen-Szene-Kenner Hans Stutz für einen Vortrag ein – und der widersprach dem Gemeindepräsidenten: «Im Kanton Schwyz gibt es seit mindestens dreissig Jahren rechtsextreme Aktivitäten», sagte Stutz, wie der «Bote der Urschweiz» berichtete. Für Stutz ist zudem klar: Die Aktion vom Güdelmontag war mehr als ein Lausbubenstreich. «Ich bin überzeugt, dass dieser Auftritt eine politische Demonstration war.» Zur Demo am Samstag sagte Stutz weiter: «Es ist wichtig, ein Gegenzeichen zu setzen. Ansonsten meinen sie plötzlich, sie vertreten eine Mehrheitsmeinung.»

(20 Minuten)

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