Wandel: Kuba konkretisiert die Privatisierung
Aktualisiert

WandelKuba konkretisiert die Privatisierung

Kuba öffnet sich langsam für die Privatwirtschaft und lässt in grösserem Umfang als bisher private Unternehmen zu. Jetzt sind Details bekanntgegeben worden.

Kuba öffnet sich - allerdings immer noch sehr langsam.

Kuba öffnet sich - allerdings immer noch sehr langsam.

Die Kubaner können sich künftig in einigen Bereichen selbstständig machen und Personal anstellen, sie dürfen ihre Wohnungen an Reisende vermieten und können möglicherweise bald sogar Kredite aufnehmen. Die geplanten Reformen, die schon im kommenden Monat in Kraft treten sollen, wurden am Freitag in der kommunistischen Parteizeitung «Granma» vorgestellt.

Das Land wolle die Wirtschaftspolitik überarbeiten, um Produktion und Effizienz zu erhöhen, sagte Wirtschaftsminister Marino Murillo Jorge dem Bericht der Zeitung. Die neuen Privatunternehmen seien «eine weitere Möglichkeit, unter dem wachsamen Auge des Staates» die Lebensqualität der Kubaner zu verbessern.

Man kann jetzt auch Nicht-Verwandte anstellen

Die Menschen sollen in 83 festgelegten Bereichen Personal anstellen können, mit dem sie nicht verwandt sind. Sie können ihre Dienstleistungen auch dem Staat gegen Bezahlung anbieten. Buchhalter, die derzeit nur für Behörden arbeiten dürfen, können künftig auch für die neuen Kleinunternehmen tätig werden. Kubaner, die ihre Wohnungen vermieten wollen, müssen nicht mehr auf dem Grundstück wohnen und können Mitarbeiter einstellen. Und die Zentralbank prüft Wege, den neuen Selbstständigen Kredite zu gewähren.

Die Unternehmen sollen künftig auch Steuern zahlen, wie «Granma» berichtete. Danach werden nicht nur Einkommensteuern fällig, sondern auch Umsatzsteuer und Lohnsteuer sowie ein Beitrag zum Sozialsystem. «Granma» versprach für die kommenden Tage weitere Details.

Derzeit sind etwa 84 Prozent der erwerbstätigen Kubaner beim Staat angestellt. Sie verdienen im Durchschnitt umgerechnet rund 15 Euro pro Monat.

(dapd)

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