Kubanische Stars kehren in die Heimat zurück
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Kubanische Stars kehren in die Heimat zurück

Die beiden kubanischen Weltklasse-Amateurboxer, Guillermo Rigondeaux (zweifacher Olympiasieger im Bantamgewicht) und Erislandy Lara (Weltmeister im Weltergewicht), kehren auf eigenen Wunsch in ihre Heimat zurück.

Das Duo war von der brasilianischen Polizei festgenommen wurden, weil sie sich während der Panamerikanischen Spiele in Rio de Janeiro von ihrem Team abgesetzt hatten und Ende Juli ihr Sportler- Visum abgelaufen war.

Rigondeaux (25) und Lara (24) beteuerten nun nach Medienberichten, sie seien von zwei Männern unter Drogen gesetzt und verschleppt worden, damit sie in Europa Profikämpfe bestreiten. Die beiden Kubaner waren seit dem 21. Juli verschwunden und sollen Verträge mit dem deutschen Boxstall Arena Box Promotion unterzeichnet haben. Wenige Tage später bestätigte Arena Box Promotion Verträge über fünf Jahre mit der Hamburger Gruppe des türkisch-deutschen Unternehmers Ahmet Öner unterschrieben hätten.

Rigondeaux und Lara hatten nach eigenen Angaben von kubanischen Delegationsführern freien Ausgang bekommen und wollten in Rio ein Videospiel kaufen, als sie von zwei Männern «mit Drogen in einem Getränk» bewusstlos gemacht worden seien. Aufgrund der Aussagen der Boxer beantragte die Staatsanwaltschaft bei der Bundespolizei nun eine Untersuchung in einen möglichen Entführungsfall. Staatsanwalt Leonardo Figuereido erklärte, man habe Verdacht gegen einen deutschen und gegen einen kubanischen Staatsbürger.

Die Kubaner vermissten Kuba und hätten gesagt, dass sie in ihrer Heimat sehr beliebt seien, so Polizeibeamte. «Ich habe ihnen die Möglichkeit des Asylantrags erklärt und gefragt, ob sie Angst vor einer Rückkehr nach Kuba hätten, aber die beiden haben mehrfach versichert, sie liebten ihr Heimatland und wollten dahin zurück», so Kommissar Felicio Laterça.

Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hatte nach dem Verschwinden der beiden Boxer eine «deutsche Mafia» angeprangert, die «sich der Auswahl, des Kaufes und der Förderung kubanischer Boxer bei internationalen Turnieren» widme. Sie benutze «raffinierte psychologische Methoden» und «viele Millionen Dollar», kritisierte er.

Vor allem Rigondeaux' Flucht war ein schwerer Schlag für Kubas Sportwelt. Der Boxsport ist eines der Aushängeschilder des Landes. Rigondeaux war der Star der Delegation in Rio. Er gewann zwischen 1999 und 2003 142 Kämpfe in Folge. Er war der letzte grosse Boxer seiner Generation auf der sozialistischen Karibikinsel.

(si)

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