Aktualisiert 21.05.2013 10:00

Exil-Kubaner klagen«Kubas Regierung ist unmenschlich»

In Miami feiern kubanische Oppositionelle die Unabhängigkeit ihres Landes von 1902. Dabei lassen sie am aktuellen Regime kein gutes Haar.

von
aeg

Kubanische Oppositionelle haben am Montag (Ortszeit) in Miami den Jahrestag der Unabhängigkeit ihres Landes von den USA (1902) gefeiert. Sie nutzten die Gelegenheit zu scharfer Kritik an der kommunistischen Regierung.

«Hier können wir (die Unabhängigkeit) feiern, aber in Kuba ist das nicht möglich. Dort gibt es keine Unabhängigkeit und keine Freiheit», sagte die Führerin der «Damen in Weiss» («Damas de Blanco»), Berta Soler. Sie wolle ihren Kampf jedoch fortführen. «Die Liebe zum Vaterland ist stärker Gitterstäbe.»

Die «Damas de Blanco» sind Ehefrauen und Töchter politischer Gefangener in Kuba, die regelmässig für die Freilassung ihrer Angehörigen auf die Strasse gehen.

Die kubanischstämmige Sängerin Gloria Estefan lobte bei der Feier im sogenannten Turm der Freiheit in Miami den Einsatz der «Damen in Weiss». «Wir wünschen euch die gleichen Freiheiten, die wir in anderen Teilen der Welt haben», sagte die Musikerin, die vor drei Jahren eine Demonstration zur Unterstützung der Gruppe organisiert hatte. «Wir sehen uns in einem freien Kuba wieder.»

Fariñas wirft Regierung Kalkül vor

Die kubanische Regierung hatte erst kürzlich die strengen Ausreisebestimmungen gelockert und damit Reisen von Oppositionellen ins Ausland ermöglicht. Nach Auffassung des Dissidenten Guillermo Fariñas handelt es sich bei der Reform allerdings lediglich um eine Taktik zur Imagekorrektur der kommunistischen Führung.

«Die Europäer fallen darauf herein, dass sie uns jetzt ausreisen lassen», sagte Fariñas der Nachrichtenagentur DPA. Im Gegenzug für die «kosmetischen» Änderungen erhoffe sich Kuba offenbar finanzielle Unterstützung. «Sie haben das nicht aus Güte getan, denn die kubanische Regierung ist grausam und unmenschlich.»

Fariñas durfte in der vergangenen Woche Kuba verlassen und reist derzeit durch Mittelamerika und die USA. Im Juni will er in Brüssel den Sacharow-Preis für geistige Freiheit entgegennehmen. Der Regierungskritiker war 2010 mit dem Menschenrechtspreis des Europaparlaments ausgezeichnet worden, konnte ihn wegen der Reisesperre aber bislang nicht abholen. (aeg/sda)

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