Kudelski digital erstarkt
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Kudelski digital erstarkt

Der Waadtländer Technologiekonzern Kudelski stärkt seine Position im Digital-Fernsehen. Die Börse reagierte positiv.

Verträge mit der paneuropäisch tätigen UPC Broadband und dem französischen Fernsehsender Canal Plus sollen nächstes Jahr Umsatz und Profitabilität deutlich verbessern, wie Kudelski am Donnerstag mitteilte.

Mit UPC Broadband sei eine wichtige Vereinbarung für die Lieferung von Empfangs- und Zugangssystemen abgeschlossen worden, teilte Kudelski mit. Der Kudelski-Bereich Nagravision unterstützt danach die digitale Migration des UPC-Broadband-Kabelnetzes in den Niederlanden, welche im vierten Quartal dieses Jahres einsetzen soll. UPC Broadband, eine Tochtergesellschaft des international tätigen Kabelnetzbetreibers UnitedGlobalCom, erwartet gemäss den Angaben, dass in den Niederlanden mehr als zwei Millionen Geräte installiert werden, um die Verbreitung von Digital-Fernsehen zu beschleunigen.

Die französische Fernsehgruppe Canal Plus wählte gemäss Mitteilung das Zugangssystem von Kudelski für die vier Pay-TV-Ketten Canal&, Canal& Cinema, Canal& Sport und Planete, die im kommenden Herbst über das terrestrische französische Digital-TV-Netz (DTT) verbreitet werden. Es wird erwartet, dass bis Ende nächsten Jahres 80 Prozent der französischen Bevölkerung Zugang zu DTT haben. Canal Plus arbeitet seit 1989 mit Kudelski im analogen Bereich zusammen.

Konzernchef Andre Kudelski sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, er erwarte allein aus dem Canal-Plus-Geschäft jährlich mehrere Millionen Franken an Umsatz. Der UPC-Deal sei noch grösser. Die Verträge wirkten sich dieses Jahr noch nicht aus, würden aber mittel- und langfristig spürbar. Kudelski tönte an, seine Unternehmung habe noch «sehr interessante Sachen in der Pipeline», gab aber keine Details preis.

Analysten kommentierten die neuen Verträge verhalten positiv. So hiess es bei der Zürcher Kantonalbank, weder der Canal-Plus- noch der UPC-Vertrag stellten grosse Überraschungen dar. Deshalb seien diese bereits im Aktienkurs eingepreist. Kudelski brauche weitere Aufträge, um nächstes Jahr Wachstum erzielen zu können.

Die Anleger nahmen die neuen Verträge positiv auf. An der Schweizer Börse stieg der Kudelski-Kurs am Morgen im Vorabendvergleich zeitweise um zwei Prozent auf 44,10 Franken, während sich der Gesamtmarkt nur minim verbesserte. (dapd)

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