«Unnötiges Leid» – Kühe vernachlässigt und misshandelt – Bauer muss ins Gefängnis
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«Unnötiges Leid»Kühe vernachlässigt und misshandelt – Bauer muss ins Gefängnis

Ein Luzerner Bauer hat seine Kühe vernachlässigt und misshandelt. Dafür muss er nun sechs Monate unbedingt und 14 Monate bedingt in Haft, urteilt das Bezirksgericht Willisau. Der Bauer und seine Ehefrau führten in Luzern sieben eigene Betriebe und einen weiteren Hof.

von
Daniela Gigor
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Ein Ehepaar, welches insgesamt acht Bauernhöfe führte, war unter anderem wegen mehrfachen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz angeklagt. (Symbolbild) 

Ein Ehepaar, welches insgesamt acht Bauernhöfe führte, war unter anderem wegen mehrfachen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz angeklagt. (Symbolbild) 

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Das Paar soll seinen Bestand von zwischen 461 und 630 Tieren vernachlässigt haben. (Symbolbild) 

Das Paar soll seinen Bestand von zwischen 461 und 630 Tieren vernachlässigt haben. (Symbolbild) 

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Ihnen wurde unter anderem zur Last gelegt, dass sie ihre Tiere vernachlässigt und misshandelt haben. (Symbolbild) 

Ihnen wurde unter anderem zur Last gelegt, dass sie ihre Tiere vernachlässigt und misshandelt haben. (Symbolbild) 

Pexels/Kat Smith 

Darum gehts 

  • Ein Ehepaar, das im Kanton Luzern sieben eigene Betriebe und einen weiteren Hof führte, war unter anderem wegen mehrfachen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz angeklagt. 

  • Der Mann wurde zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt, davon sind sechs Monate unbedingt vollziehbar.

  • Laut Urteil waren weder die Tierhalter noch die Angestellten im Besitze einer in der Schweiz anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildung mit Fähigkeitsausweis. 

  • Die Verurteilten wollen das Urteil nun an die nächste Instanz weiterziehen. 

Die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Willisau war unschön: Ein Ehepaar, das im Kanton Luzern sieben eigene Betriebe und einen weiteren Hof führte, war unter anderem wegen mehrfachen Vergehens gegen das Tierschutzgesetz angeklagt. Sie sollen ihren Bestand von zwischen 461 und 630 Tieren vernachlässigt haben. Der Angeklagte ist ausserdem ein Wiederholungstäter, weil die Tierhaltung bereits in den Jahren 2010 bis 2014 bei Kontrollen beanstandet wurde. 

Es war ihm bewusst, dass das Jungtier Schmerzen hat und leidet 

Nun wurden ihnen unter anderem zur Last gelegt, dass sie ihre Tiere vernachlässigt und misshandelt haben. So wurden etwa kranke Tiere auf ihren Begleitdokumenten für Klauentiere als nicht krank deklariert oder ihrem Schicksal überlassen ohne Einbezug eines Tierarztes. Auf dem einen Hof sei ein verletztes Jungtier gehalten worden. «Ihm war bewusst, dass wenn das Tier nicht fachgerecht behandelt wird, dieses unnötig leidet und Schmerzen hat. Dennoch hat er es unterlassen, dafür zu sorgen, dass dieses fachgerecht behandelt wurde. Das Jungtier hat darunter gelitten und unnötig Schmerzen gehabt», wird im Urteil geschrieben. Dieser und auch andere Vorwürfe hatte der Beschuldigte bestritten.

Weder Bauern noch Angestellte haben einen Fähigkeitsausweis 

Nicht gerade einfach machte es der 62-jährige Bauer, wenn Amtspersonen die Betriebe kontrollieren wollten. Sie wurden vorsätzlich daran gehindert. Ausserdem ist der Mann auch noch dafür verantwortlich, dass er fahrlässig Trinkwasser verunreinigte. Zur Bewältigung der Arbeit auf den Höfen beschäftigte der Bauer im Jahr 2017 insgesamt 14 osteuropäische Mitarbeiter. «Weder die Tierhalter noch die Angestellten waren im Besitze einer in der Schweiz anerkannten landwirtschaftlichen Ausbildung mit Fähigkeitsausweis», so die Ausführungen im Urteil.

Mann kassiert unbedingte Freiheitsstrafe und Frau bedingte 

Nun wurde der Mann wegen der mehrfachen vorsätzlichen Tierquälerei, der mehrfachen vorsätzlichen Missachtung der Vorschriften über die Tierhaltung und anderer Verstösse zu einer Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt, davon sechs Monate unbedingt vollziehbar. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Zusätzlich kassierte er eine Geldstrafe von 4200 Franken und einer Busse von 35’000 Franken. Die Ersatzfreiheitsstrafe beträgt drei Monate. 

Die 58-jährige Ehefrau kam mit einem blauen Auge davon: Sie wird mit zehn Monaten bedingt und einer Busse von 20’000 Franken bestraft. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, dagegen wurde Berufung angemeldet. 

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel.  079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00


Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)


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