Paris: Kündigung kassiert, weil «keine Lust auf Feierabendbier»

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ParisKündigung kassiert, weil «keine Lust auf Feierabendbier»

In Frankreich macht zurzeit ein kurioser Kündigungsfall die Runde. Einem Mann wurde gekündigt, weil er auf der Arbeit «zu langweilig» war. Nun entschied ein Gericht zu seinen Gunsten.

von
Florian Osterwalder
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Nicht alle Menschen haben Lust auf ein Feierabendbier mit den Arbeitskollegen.

Nicht alle Menschen haben Lust auf ein Feierabendbier mit den Arbeitskollegen.

imago images/Ralph Peters
Die Firma, bei der der Mann angestellt war, wollte, dass alle Mitarbeitenden einmal pro Woche nach dem Feierabend miteinander etwas Trinken gehen.

Die Firma, bei der der Mann angestellt war, wollte, dass alle Mitarbeitenden einmal pro Woche nach dem Feierabend miteinander etwas Trinken gehen.

IMAGO/ZUMA Wire
Der Mann hatte darauf keine Lust, prompt wurde ihm gekündigt. Ein Gericht kippte nun diesen Entscheid und urteilte zu Gunsten des Mannes, dass die Kündigung nicht rechtskräftig war. (Symbolbild)

Der Mann hatte darauf keine Lust, prompt wurde ihm gekündigt. Ein Gericht kippte nun diesen Entscheid und urteilte zu Gunsten des Mannes, dass die Kündigung nicht rechtskräftig war. (Symbolbild)

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Darum gehts

  • Ein Franzose hat keine Lust, nach Feierabend an gemeinsamen Aktivitäten mit seinen Arbeitskollegen teilzunehmen.

  • Die Firma lässt sich das nicht gefallen und kündigt ihm unter dem Vorwand langweilig zu sein.

  • Nach jahrelangen Verhandlungen kippt ein Gericht den Entscheid zu Gunsten des Franzosen.

Wir schreiben das Jahr 2015. Die Mitarbeitenden des Pariser Beratungsunternehmens Cubik Partner gehen einmal pro Woche zusammen nach dem Feierabend etwas trinken. Nicht so «Monsieur T», wie er in den Gerichtsdokumenten genannt wird. Der hat nämlich keine Lust auf die gemeinsamen Aktivitäten nach dem Feierabend.

Die Firma lässt sich das nicht gefallen und kündigt dem Franzosen unter dem Vorwand von «beruflicher Unzulänglichkeit». Weiter wurde ihm vorgeworfen, langweilig zu sein, schlecht zuhören zu können und schwierig in der Zusammenarbeit zu sein, wie der «Telegraph» schreibt.

Gehst du mit deinen Arbeitskollegen auf ein Feierabendbier?

Gericht gibt Franzosen Recht

«Monsieur T» argumentierte jedoch, dass er ein Recht auf sein «kritisches Verhalten» und seine Weigerung habe, an der «Unternehmenspolitik, die auf der Aufforderung zu verschiedenen Exzessen beruht», teilzunehmen. «Monsieur T» sagte auch, dass er mit der Vorstellung des Unternehmens von «Spass» nicht einverstanden sei.

Anfang dieses Monats entschied der französische Kassationsgerichtshof nach einem siebenjährigen Rechtsstreit zugunsten von «Monsieur T» und verurteilte die Cubik-Partner zur Zahlung von circa 3100 Franken. In seinem Urteil erklärte das Gericht, dass nicht jeder «gezwungen werden kann, an Seminaren und Feierabendgetränken teilzunehmen, die häufig in einem übermässigen Alkoholkonsum enden, der von Mitarbeitenden gefördert wird».

Der Franzose behauptete auch, dass die «Spass»-Werte des Unternehmens auch «erniedrigende und aufdringliche Praktiken» beinhalteten, wie die Verpflichtung, während der Arbeitsseminare das Bett mit einem Kollegen zu teilen.

«Monsieur T» fordert fast halbe Million Franken

Unter Bezugnahme auf die Vorstellung des Unternehmens von «Spass» sagte das Gericht, dass dies gegen das Recht des Arbeitnehmers auf Würde und Achtung des Privatlebens verstosse. Darüber hinaus sagte der Richter, dass «Monsieur T» ein Recht auf «freie Meinungsäusserung» habe, einschliesslich seiner Weigerung, an Aktivitäten teilzunehmen, die seine «Grundfreiheit» darstellten und ebenfalls kein Grund für eine Entlassung seien.

Mit den vom Gericht geforderten 3100 Franken ist der Franzose aber nicht einverstanden. Er fordert von seinem ehemaligen Arbeitgeber weitere 450’000 Franken. Dies soll bei der nächsten Anhörung entschieden werden, wie der «Telegraph» weiter schreibt.

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