Luzern: Künftig kein Latein mehr am Untergymnasium?
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LuzernKünftig kein Latein mehr am Untergymnasium?

Im Kanton Luzern sollen künftig alle Untergymnasiasten den selben Schulstoff lernen. Die Regierung schlägt vor, die Profilwahl im zweiten Untergymnasium abzuschaffen.

von
nk
Auch aus der Kantonsschule Sursee soll Latein verschwinden.

Auch aus der Kantonsschule Sursee soll Latein verschwinden.

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Bisher können sich die Schüler im Kanton Luzern im zweiten Untergymnasium für Latein oder Natur und Technik entscheiden. Diese Schienen führten nach dem Untergymnasium in eine Sackgasse, hält die Luzerner Regierung nun im Entwurf für die neue Wochenstundentafel im Untergymnasium fest, den sie am Montag in die Vernehmlassung schickte. Damit insbesondere die Lernenden mit Sprachprofil den gleichen Wissenstand erlangen könnten, müssten die erlernten Inhalte später nochmals repetiert werden.

Regierung zweifelt an Nutzen

Das soll sich nun ändern: Die Luzerner Regierung will das Schienenmodell aufheben. Fortan sollen alle Schüler des Untergymnasiums dieselben Fächer besuchen. Wichtig bleibe die Pflege der Erst- und Fremdsprachen. Neu soll es einen verstärkten Schwerpunkt in den Naturwissenschaften für alle geben, heisst es im Entwurf. Erst ab der dritten Klasse soll die Wahl eines Schwerpunktfachs erfolgen.

Die Regierung will also auf Latein im Untergymnasium verzichten und das Angebot auf das Obergymnasium konzentrieren. Bereits heute würden sich rund 70 Prozent für die naturwissenschaftliche Schiene entscheiden, sagt sie. Es stelle sich darum die Frage, ob das eine Jahr Latein am Untergymnasium, das bisher nur ein Teil der Schüler belegt, noch den Wert habe, den es einmal hatte. Man dürfe daran zweifeln, ob sich der Aufwand lohne, wenn der Lehrgang nur für eine kleine Minderheit eine Fortsetzung am Obergymnasium finde.

Laut Aldo Magno, Leiter der Dienststelle Gymnasialbildung des Kantons Luzern, gibt es bereits im Kanton Obwalden und in verschiedenen privaten Gymnasien das latinfreie Untergymnasium.

Mehr Deutsch am Untergymnasium

Die neue Wochenstundentafel soll nicht nur naturwissenschaftliche Fächer stärken. Vorgesehen ist auch, dass das Fach Deutsch zwei zusätzliche Lektionen erhält. Weiter soll eine Lektion Englisch in das Obergymnasium verschoben, und eine Lektion des Fachs Textiles Gestalten im Halbklassenunterricht aufgehoben werden.

Daneben will die Regierung mit der überarbeiteten Stundentafel auch die Schnittstelle anpassen, damit für Schülerinnen und Schüler aus den Sekundarschulen beim Eintritt in das Kurzzeitgymnasium keine Nachteile entstehen. Denn ab dem Schuljahr 2019/2020 werden erstmals Schüler, die gemäss Lehrplan 21 unterrichtet werden, in das Langzeitgymnasium übertreten.

Die Änderungen der Wochenstundentafel sollen ohne zusätzliche Kosten erfolgen und ab dem Schuljahr 2019/2020 greifen. Die Vernehmlassung dauert noch bis Mitte Juli. (nk/sda)

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