Aktualisiert 18.05.2016 10:08

St. Gallen

Künstler vergisst Mappe mit Bildern im Bus

Künstler Jürgen Zehr hat acht Bilder bei den Drei Weieren ausgestellt. Auf dem Weg nach Hause liess er sie im Bus liegen. Seither ist er untröstlich.

von
afa
1 / 3
Der gebürtige Konstanzer Jürgen Zehr hat am vorletzen Samstag seine Mappe mit acht Bildern im Bus von St. Georgen nach St. Gallen vergessen. «Ich bin nur noch traurig und am Heulen», so der 53-Jährige.

Der gebürtige Konstanzer Jürgen Zehr hat am vorletzen Samstag seine Mappe mit acht Bildern im Bus von St. Georgen nach St. Gallen vergessen. «Ich bin nur noch traurig und am Heulen», so der 53-Jährige.

eli
Seine Bilder würde man sofort erkennen, so der Koch, der in der Gassenküche arbeitet. «Ich beginne mit vielen Rechtecken und Quadraten und übermale sie mit mehreren Farbschichten», so Zehr.

Seine Bilder würde man sofort erkennen, so der Koch, der in der Gassenküche arbeitet. «Ich beginne mit vielen Rechtecken und Quadraten und übermale sie mit mehreren Farbschichten», so Zehr.

zVg
«Dann lege ich die unteren Farbschichten frei, indem ich Muster in die Vierecke kratze», so Zehr. «Ich hoffe wirklich, dass meine Mappe wieder auftaucht und zu mir zurückkehrt.»

«Dann lege ich die unteren Farbschichten frei, indem ich Muster in die Vierecke kratze», so Zehr. «Ich hoffe wirklich, dass meine Mappe wieder auftaucht und zu mir zurückkehrt.»

zVg

«Ich bin nur noch traurig und am Heulen», sagt der gebürtige Konstanzer Jürgen Zehr, der seit sechs Jahren in St. Gallen wohnt. Er habe am 7. Mai acht seiner Bilder bei den Drei Weieren in St. Gallen ausstellen dürfen. Als er ungefähr um 18 Uhr mit dem 8er-Bus von St. Georgen zurück in die Stadt unterwegs war, passierte es: «Ich liess meine Karton-Mappe mit meinen acht Bildern im Bus liegen», so der Koch, der in der Gassenküche arbeitet. Seither habe er sich fast jeden Tag bei den St. Galler Verkehrsbetrieben und dem städtischen Fundbüro erkundigt, ob seine Bilder denn gefunden worden seien. Doch bisher ohne Erfolg.

Das Malen sei seine absolute Leidenschaft, so der 53-Jährige. Er verbringe den grössten Teil seiner Freizeit mit seiner Kunst. Seine Bilder, die er im Bus vergessen hat, würde man sofort erkennen. Dies, weil er seine ganz persönliche Technik entwickelt und angewendet habe. «Ich beginne mit vielen Rechtecken und Quadraten und übermale sie mit mehreren Farbschichten», so Zehr. «Dann lege ich die unteren Farbschichten frei, indem ich Muster in die Vierecke kratze.»

Kunst half in schwerer Zeit

«Meine Bilder sind ein Teil von mir, sie bedeuten mir alles», so Zehr. Während eines Entzugs vor sieben Jahren habe ihm die Malerei über die schwierige Zeit hinweggeholfen. Seither stehe er fester im Leben. Nun wolle Zehr mit seinen Bildern auch anderen Menschen eine Freude machen. «Ich hoffe wirklich, dass meine Mappe wieder auftaucht und zu mir zurückkehrt.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.