Basel: Künstler verwandelt Freie Strasse in Streetart-Meile
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BaselKünstler verwandelt Freie Strasse in Streetart-Meile

Der französische Streetartist Clet Abraham hat sich in der Freien Strasse ausgelebt. Die modifizierten Strassenschilder erfreuen die Jungliberalen.

von
jd
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Die Freie Strasse erfreut zurzeit mit aussergewöhlichen Strassenschildern.

Die Freie Strasse erfreut zurzeit mit aussergewöhlichen Strassenschildern.

jd
Es handelt sich um eine Kunstaktion des französischen Streeart-Künstlers Clet Abraham.

Es handelt sich um eine Kunstaktion des französischen Streeart-Künstlers Clet Abraham.

jd
Die schwarzen Figuren sind ein Markenzeichen von Abraham.

Die schwarzen Figuren sind ein Markenzeichen von Abraham.

jd

Wenn Verkehrsschilder plötzlich zu Kunstwerken werden, steckt meist der Streetart-Künstler Clet Abraham dahinter. Der Franzose, der sich mit seinem humorvollen Stil weltweit einen Namen gemacht hat, hat sich nun auch in Basel verewigt. So mutiert die Freie Strasse kurzerhand zum Freilichtmuseum. Anlässlich einer aktuellen Abraham-Ausstellung im benachbarten Mulhouse applizierte Abraham schwarze Aufklebe-Figuren auf die Verkehrsschilder rund um die Shoppingmeile. Laut eigenen Aussagen geht der Streetartist bei seinen Nacht-und-Nebel-Aktionen behutsam mit dem Allgemeingut um: Er verwende Sticker, die leicht wieder zu entfernen seien, erklärt er.

Das Bau- und Verkehrsdepartement betont, dass der Sinn von Strassenschildern nicht daran liege, hübsch auszusehen. «Sie dienen der Orientierung der Verkehrsteilnehmer und sind keine Kunstplattformen», sagt Daniel Hofer, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit des Departements. Kunstinteressierten rät er, möglichst bald einen Ausflug in die Freie Strasse zu machen: Die Schilder würden bei nächster Gelegenheit von der Stadtreinigung wieder in den Originalzustand gebracht. Eine Anzeige werde die Aktion wohl nicht nach sich ziehen. «Es handelt sich nicht um ein Offizialdelikt», so Hofer.

Jungliberalen gefällts

Hin und weg ob der neuen Kunst sind die Jungliberalen. Die Partei appellierte am Montag mit einem öffentlichen Schreiben an die Verwaltung, keine Sachbeschädigung geltend zu machen. «Es ist zu hoffen, dass eingesehen wird, dass die international anerkannten Aktionen Abrahams in jedem Fall eine Bereicherung des Basler Stadtbildes darstellen», so Präsident Michael Hug. Dem Künstler gelinge es, mit minimalistischen Mitteln eine Szenerie brilliant umzusetzen. Zudem würden die Werke den aktuellen Verbote-Dschungel hinterfragen. «Die Formen und Figürchen drücken das aus, was viele Basler schätzen: Ein liberaler Geist, das Umsetzen eigener Ideen und nicht zuletzt eine Prise Satire», freut sich Hug.

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