Wegen Rassendiskriminierung: Künstlerin will Agassizhorn umbenennen
Aktualisiert

Wegen RassendiskriminierungKünstlerin will Agassizhorn umbenennen

Die Künstlerin Sasha Huber setzt ihren Kampf für die Umbenennung des Agassizhorns fort. In einem Brief fordert sie Ex- UNO-Generalsekretär Kofi Annan, alt Bundesrat Adolf Ogi und den früheren CDU-Spitzenpolitiker Heiner Geissler auf, sich dafür zu engagieren.

In einem Brief fordert sie Ex- UNO-Generalsekretär Kofi Annan, alt Bundesrat Adolf Ogi und den früheren CDU-Spitzenpolitiker Heiner Geissler auf, sich dafür zu engagieren.

Wie Huber am Montagabend mitteilte, schrieb sie ausserdem den früheren SBB-Chef Benedikt Weibel und den IKRK-Präsidenten Jakob Kellenberger an. Sie alle sind Veranwortliche für das UNESCO- Weltnaturerbe «Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn», in dem sich das Agassizhorn befindet.

Auch Lokalpolitiker in die Pflicht nehmen

Post erhalten werden ferner die Präsidenten der drei betroffenen Gemeinden Grindelwald, Guttannen und Fieschertal sowie Barbara Egger-Jenzer, Regierungspräsidentin des Kantons Bern, und Jean- Michel Cina, Präsident des Walliser Staatsrats. Die Gemeindepräsidenten hatten allerdings gegenüber der Nachrichtenagentur SDA bereits erklärt, dass sie kein Interesse an einer Umbenennung des Gipfels haben.

Der Grund für Hubers Engagement ist der umstrittene Namensgeber des Berges: Louis Agassiz war ein angesehener Schweizer Glaziologe des 19. Jahrhunderts. Er war allerdings auch Rassentheoretiker und gilt in gewissen Kreisen als Vater des wissenschaftlichen Rassismus.

Rentyhorn als alternativer Name

Huber und ein 16-köpfiges Komitee, das ihr zur Seite steht, wollen den Gipfel in «Rentyhorn» umtaufen, benannt nach dem Sklaven Renty, den Agassiz als Beweis der Minderwertigkeit der schwarzen Rasse fotografieren liess.

Ende August hatte Huber auf dem Gipfel eine Metalltafel mit dem Namen «Rentyhorn» auf dem Gipfel platziert. Diese liess sie filmen und fotografieren. Das Material dient für eine Ausstellung. (sda)

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