Mini-Tempelhof in Emmen? – Künstlerkollektiv will Militärflugplatz in einen Park mit See verwandeln
Publiziert

Mini-Tempelhof in Emmen?Künstlerkollektiv will Militärflugplatz in einen Park mit See verwandeln

Viel Verkehr, viel Beton und dann noch dieser Fluglärm: Emmen ist nicht für seine Schönheit bekannt. Höchste Zeit, das zu ändern. Der Verein «Emmen am See» regt deshalb an, Emmen neu zu denken. So soll aus dem Militärflugplatz etwa ein Park mit See werden. Wir haben mit den Initianten über ihre Ideen gesprochen.

von
Rochus Zopp
1 / 4
So könnte Emmen nach Vorstellung des Projekts «Emmen am See einmal aussehen. Was auf den ersten Blick auffällt, ist der See, welcher die Landschaft prägt.

So könnte Emmen nach Vorstellung des Projekts «Emmen am See einmal aussehen. Was auf den ersten Blick auffällt, ist der See, welcher die Landschaft prägt.

Emmen am See
Der See soll dort hinkommen, wo sich heute der Militärflugplatz Emmen befindet. «In der Vision existieren der Flugplatz und die Flieger nicht mehr», sagt Raphael Beck, Präsident des Vereins.

Der See soll dort hinkommen, wo sich heute der Militärflugplatz Emmen befindet. «In der Vision existieren der Flugplatz und die Flieger nicht mehr», sagt Raphael Beck, Präsident des Vereins.

Google Maps
Das Projekt sei dabei nicht gegen den Militärflugplatz gerichtet, so Beck. «Wir wollen für etwas sein und nicht gegen etwas», erklärt der Vereinspräsident.

Das Projekt sei dabei nicht gegen den Militärflugplatz gerichtet, so Beck. «Wir wollen für etwas sein und nicht gegen etwas», erklärt der Vereinspräsident.

wikipedia/Hornet Driver/CC BY-SA 3.0

Darum gehts

  • Ein Verein will eine neue Vision eines aus ihrer Sicht lebenswerten Emmens schaffen. Was fehlt, ist ein Naherholungsgebiet.

  • An dem Ort, wo heute der Militärflugplatz Emmen ist, ist in der Visualisierung einer möglichen Vision ein See zu finden.

  • Das Projekt «Emmen am See» ist aber nicht gegen den Flugplatz gerichtet. Dieser existiere in der Vision gar nicht mehr.

  • Hinter dem Projekt steckt die Frage: «Wie wEmmer läbe?» Ein See müsse am Ende nicht unbedingt dabei herauskommen.

Viel Fluglärm, viel Verkehr, wenig Grünfläche. Eine Schönheitskönigin ist die Gemeinde Emmen nicht. Was fehlt, ist aus Sicht einiger Emmer und Emmerinnen klar: ein Naherholungsgebiet. Um eine neue Vision eines aus ihrer Sicht lebenswerten Emmens zu schaffen, haben sie den Verein «Emmen am See» gegründet. Eine erste Visualisierung einer möglichen Vision findet sich bereits auf der Website des Vereins. Auffällig dabei: Wo heute der Militärflugplatz Emmen ist, liegt neu ein Binnengewässer mit vielen gemütlichen Ecken.

Es geht nicht darum, einen See zu bauen

«In der Vision existieren der Flugplatz und die Flieger nicht mehr», sagt Raphael Beck, Präsident des Vereins «Emmen am See». Das Projekt sei dabei nicht gegen den Militärflugplatz gerichtet, so Beck. «Wir wollen für etwas sein und nicht gegen etwas», erklärt der Vereinspräsident. Wenn jemand eine Vision habe, in welcher der Flugplatz ein Teil davon sei, dann werde auch diese angeschaut.

Hinter dem ganzen Projekt steckt die Frage «Wie wEmmer läbe?». Dabei sind alle eingeladen, mitzumachen, so Beck. «Am Ende entsteht dann ein Bild, wie sich die Bevölkerung Emmen vorstellt», sagt er. Ob es dann letztlich einen See in Emmen gibt, steht beim Emmer Projekt nicht im Vordergrund. «Den See kann man sich als Arbeitstitel vorstellen», erklärt Beck.

Ähnlichkeiten zu Berlin-Tempelhof

Auch in der Bevölkerung komme die Idee an. «Ich habe viele Rückmeldungen von Personen erhalten, die das Projekt mega cool finden», so Beck. So hat «Emmen am See» auch schon andere Künstler zu Werken inspiriert. So hat unter anderem die Band Landsteiner des Luzerner Schriftstellers Beat Portmann einen Song dazu geschrieben. Und das Kollektiv Papierboot hat zusammen mit Schauspieler Manuel Kühne einen passenden Videoclip zum Projekt gedreht.

Projekte, wie sie sich der Verein «Emmen am See» vorstellt, wurden an anderen Orten bereits geplant und manchmal sogar umgesetzt. So wollte der Winterthurer Künstler Erwin Schatzmann in der Stadt Winterthur einen See realisieren. Das Vorhaben wurde jedoch im Jahr 1999 von der Winterthurer Stimmbevölkerung abgelehnt. In Berlin wurde ein ähnliches Projekt bereits realisiert. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof ist heute das Tempelhofer Feld. Wo früher Flugzeuge die Menschen in die weite Welt hinausflogen, liegt heute – mitten in der deutschen Hauptstadt – ein riesiges Naherholungsgebiet.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

25 Kommentare