Krankenkassen: Künstliche Befruchtung in die Grundversicherung?
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KrankenkassenKünstliche Befruchtung in die Grundversicherung?

6500 Frauen liessen sich 2008 künstlich befruchten – so viele wie noch nie. Trotz Prämienexplosion wird gefordert, dass die Krankenkassen die Kosten tragen sollen.

2007 wollten 5400 Schweizer Frauen eine künstliche Befruchtung. Die Gesellschaft für Reproduktionsmedizin rechnet laut «Zentralschweiz am Sonntag» für 2008 mit 6500 Fällen – eine Zunahme von gegen 20 Prozent. Mediziner fordern, dass unerwünschte Kinderlosigkeit als Krankheit klassifiziert und die Befruchtung durch die Krankenkassen gedeckt wird. Kosten: 6000 bis 7000 Franken. 2008 hätte dies für die Kassen rund 42 Mio. Franken Mehrkosten bedeutet.

Dennoch verschliesst sich Santésuisse dem Wunsch nicht: «Die Wirksamkeit der künstlichen Befruchtung ist nachgewiesen. Die Voraussetzungen sind gegeben, dass die Kassen die künstliche Befruchtung in den Leistungskatalog aufnehmen», so Sprecher Paul Rhyn.

Anders sieht dies Toni Bortoluzzi: «Es kann nicht sein, dass alles auf die Solidarität der Schweizer abgewälzt wird – insbesondere in einer Zeit, in der die Prä­mien explodieren.» Dies umso mehr, als vielleicht bereits die Komplementärmedizin in den Leistungskatalog aufgenommen werde, so der SVP-Gesundheitspolitiker.

nm

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