Medizin: Künstliches Blut aus England

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MedizinKünstliches Blut aus England

Britische Forscher wollen aus Embryozellen synthetisches Blut für Transfusionen herstellen. In drei Jahren sollen unbegrenzte Mengen Kunstblut zur Verfügung stehen.

Stammzellen von Embryonen, die sich noch in alle möglichen Arten von Zellen weiterentwickeln können, sollen als Rohmaterial für das Synthetik-Blut dienen, wie die britische Zeitung «The Independent» berichtet. Diese Zellen können nahezu beliebig vervielfältigt werden; so würde ein Embryo genügen, um den Blutkonserven-Bedarf von ganz Grossbritannien zu decken — ein medizinischer Durchbruch.

Sollten die Wissenschaftler um Professor Marc Turner von der Universität Edinburgh grünes Licht für ihr von der Stiftung Wellcome Trust unterstütztes Forschungsprojekt erhalten, könnten Freiwillige bereits in drei Jahren das Kunstblut erhalten. Noch aber müssten komplexe rechtliche Fragen geklärt werden, sagte ein Sprecher der Stiftung der Zeitung.

Die Stammzellen sollen von Embryonen gewonnen werden, die bei künstlichen Befruchtungen nicht verwendet wurden und genetisch die Blutgruppe Null Negativ haben. Diese Blutgruppe kann allen Menschen verabreicht werden, ohne dass es zu Abstossreaktionen kommt.

(dhr)

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