Aktualisiert 07.12.2010 19:39

Verwaltungsgericht

Kugl: Ab Juli 2011 ist um 1 Uhr Schluss

Der Tag X ist bekannt: Im St. Galler Kulturlokal Kugl darf ab Juli 2011 unter der Woche nur noch bis um Mitternacht, an den Wochenenden bis 1 Uhr gefeiert werden.

von
Tobias Bolzern

Im Kugl, wo bis anhin rauschende Fester bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurden, könnte es bald schon still werden. Die Stadt St. Gallen setzt Ende Juni 2011 das Urteil gegen das Kulturlokal in die Tat um. Die Aufhebung der Schliessungszeiten entfällt, damit ist im Kulturlokal unter der Woche um Mitternacht und am Wochenende um 1 Uhr Schluss mit Parties und Konzerten. Dies hat die Stadt gestern mitgeteilt.

Stadtpolizei prüfte Lösung

Beim Festlegen des Datums für die Umsetzung des Urteils, seien Gespräche mit den Betreibern vorausgegangen, so Alfred Kömme, Direktionssekretär Bau und Planung. Die Stadtpolizei habe nach sorgfältiger Prüfung der verschiedenen Interessen und unter Beachtung der Verhältnismässigkeit entschieden, die gastwirtschaftliche Bewilligung zu widerrufen, heisst es in der Mitteilung der Stadt. «Geprüft wurden unter anderem noch laufende Verträge mit DJs und Bands», so Kömme.

Zukunft ungewiss

Derzeit laufen Gespräche zwischen Vertretern der Stadt und den Betreibern über die Zukunft des Lokals, nach dem 30. Juni 2011. Zur Auswahl stehen laut Kömme zwei Varianten: Der Betrieb geht an einem neuen Standort weiter, wobei die Suche eines entsprechenden Lokals schwierig sei.

Oder: Das Lokal kann am gleichen Standort, unter Auflage von verstärkten Lärmschutzmassnahmen weitergeführt werden. «Mit einem neuen Baugesuch könnte der Club an den Wochenenden dann auch länger als bis um 1 Uhr offen haben», so Kömme. Allerdings wären diese verlängerten Öffnungszeiten sicher nicht wie bis anhin, drei Mal in der Woche umsetzbar.

Ob es soweit kommt ist aber noch unklar: «Wir wissen noch nicht, ob sich ein neues Baugesuch für uns rentiert», so Kugl-Chef Dani Weder. Denn der Vertrag mit der SBB für die Güterbahnhofstrasse 4 laufe nur bis Ende 2012. Bis dahin sei Budget ohnehin schon knapp. Zudem kann gegen ein neues Baugesuch des Lokals ebenfalls Rekurs eingelegt werden.

Anwohner schweigt

Das St. Galler Verwaltungsgericht hatte dem Kugl im März 2010 die Bewilligung entzogen und damit einem Anwohner Recht gegeben, der sich gegen lange Veranstaltungen gewehrt hatte. Das Kugl beschwerte sich beim Bundesverwaltungsgericht, allerdings einen Tag zu spät. Damit wurde der Entscheid des Verwaltungsgericht rechtskräftig. Der Anwohner, der geklagt hatte, wollte heute, Dienstag auf Anfrage von 20 Minuten keine Stellung nehmen.

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