Lärmstörung: Kuhglocken spalten französisches Dorf
Aktualisiert

LärmstörungKuhglocken spalten französisches Dorf

Um das Läuten von Kuhglocken ist in einem französischen Bergdorf ein heftiger Streit entbrannt.

Wegen des nächtlichen Lärms der Kuhherde habe ein Anwohner von Villaz nahe der Schweizer Grenze den Landwirt angezeigt, berichtete die Zeitung «Le Parisien» am Freitag.

«Wir können nicht mehr schlafen, das ist fürchterlich», schimpfte der Vater von zwei Kindern. Andere Einwohner haben unterdessen eine Unterschriftenkampagne zugunsten des Landwirts gestartet. «Die ganze Geschichte ist lächerlich, man kann doch nicht die Kuhglocken auf dem Lande abschaffen», meinten sie.

«Wer sich beschwert, soll doch in der Stadt leben und schauen, ob es dort mit dem Lärm der Autos besser ist.» Der Landwirt, der bereits von der Polizei vorgeladen wurde, sagte, dass nur 7 seiner 70 Kühe ein Glocke haben, damit seine Hunde die Herde leichter orten könnten.

Tierlärm beschäftigt immer wieder französische Gerichte. Die Klage wegen eines Hahns, der nach Meinung von Anliegern viel zu früh krähte, wurde abgewiesen. Ein Gänsezüchter musste indes wegen zu viel Krachs 2000 Euro zahlen. Um jeden Streit zu vermeiden, verpflichtet der Bürgermeister eines anderen Dorfes laut «Le Parisien» Zugezogene seit einem Jahr «ohne Klagen mit den Tieren zusammenzuleben». (sda)

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