Aktualisiert 31.01.2012 12:11

Karrierenende

Kultgoalie Ari Sulander hört auf

Mit 43 Jahren hängt «Sulo» die Schlittschuhe an den Nagel. Der Torhüter der ZSC Lions beendet Ende Saison seine Karriere und kehrt nach 14 Jahren in die Heimat nach Finnland zurück.

ZSC-Goalie Ari Sulander beendet nach der aktuellen Saison seine Karriere.

ZSC-Goalie Ari Sulander beendet nach der aktuellen Saison seine Karriere.

Für den Tabellensiebten der NLA ist der Abgang Sulanders keine Überraschung. «Der Entscheid ist naheliegend, irgendwann geht alles einmal zu Ende. Aber er wird hier in Zürich sicher nicht alles abbrechen», sagte ZSC-Sportchef Edgar Salis. Für den Bündner ist klar, dass Sulander auch in Zukunft eine Rolle in den Überlegungen des Managements der Lions spielen und möglicherweise eine andere Aufgabe in der Organisation - ob in der Schweiz oder in Finnland - übernehmen wird. «Wir wissen um seinen Stellenwert», so Salis.

Mit dem Rücktritt Sulanders verliert das Schweizer Eishockey eine der prägendsten Figuren der letzten Jahre. 1998 hatte er als finnischer Internationaler von Jokerit Helsinki nach Zürich gewechselt, wo er bereits in seiner zweiten Saison die Lions 2000 zum ersten Meistertitel nach 39 Jahren führte. Auch 2001 und 2008 hatte Sulander massgeblichen Anteil am Titelgewinn der Zürcher, ebenso an den beiden Erfolgen im Continental Cup (2001/2002).

Die besten Momente einer grossen Karriere

Dass er auch auf internationaler Bühne im fortgeschrittenen Alter noch immer zu den Besten seines Fachs gehörte, demonstrierte Sulander 2009, als er wenige Wochen nach seinem 40. Geburtstag mit den Lions dank einem 5:0-Sieg im Rückspiel in Rapperswil gegen Metallurg Magnitogorsk den Gewinn der Champions League und damit den grössten Erfolg in der Zürcher Vereinsgeschichte feierte. Sulander wurde zum «MVP» der Champions League gewählt, zudem überreichte ihm Captain Mathias Seger als Wertschätzung seiner Leistungen die Siegestrophäe, um diese in die Höhe zu stemmen. Auch beim bislang letzten Titel der Lions, dem Gewinn des Victoria Cups gegen das NHL-Team der Chicago Blackhawks (2:1) im September 2009, stand Sulander zwischen den Pfosten.

Dank der Erfolge und seiner Persönlichkeit erlangte «Sulo» im Hallenstadion in Zürich-Oerlikon Kultstatus. Salis, der ehemalige Verteidiger und Teamkollege von Sulander, bezeichnete den Finnen als «besten und wichtigsten Spieler aller Zeiten in der Organisation der Lions». Sulander habe den Erfolg nach Zürich gebracht, so Salis. «Ich habe in meiner Karriere zwei Meistertitel gewonnen. Aber ich weiss, ohne 'Sulo' hätte ich keinen», so der Bündner. Als ruhig, bodenständig und introvertiert bezeichnet Salis seinen langjährigen Weggefährten, «aber dank seiner Ausstrahlung und seiner Leistung wurde er auch ohne Worte zu einer wichtigen Stimme in der Kabine.»

Zuletzt nur noch Ersatz

Zuletzt blieb Sulander bei den Lions unter Coach Bob Hartley nur noch die Rolle des Ersatztorhüters. Sein 615. und bisher letztes Spiel in der NLA bestritt der Finne, der seit letztem Jahr auch den Schweizer Pass besitzt, kurz vor Weihnachten gegen Fribourg-Gottéron (3:4 n.P.). Gelegentlich kam der Veteran auch in der NLB bei den GCK Lions zum Einsatz, wo er am 13. Dezember 2011 gegen Thurgau erstmals mit seinem Sohn Santtu zusammenspielte.

Nicht nur in Zürich feierte Sulander grosse Erfolge. Mit seinem Stammverein Jokerit Helsinki gewann er viermal die finnische Meisterschaft und zwei Europacup-Titel. Für Finnland bestritt Sulander 117 Länderspiele und wurde 1995 Weltmeister, 1998 gewann er mit seinem Heimatland an den Olympischen Spielen in Nagano die Bronzemedaille. (si)

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