Tot mit 59 Jahren: Kulthit, Kriminalität, Kinder – so turbulent war das Leben von Rapper Coolio

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Tot mit 59 JahrenKulthit, Kriminalität, Kinder – so turbulent war das Leben von Rapper Coolio

Am Mittwoch ist der «Gangsta’s Paradise»-Interpret überraschend gestorben. Der Rapper hatte ein bewegendes Leben zwischen Erfolg, Gesetzesverstössen und Familienleben.

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Trauer in der Musikbranche: Rapper Coolio ist tot.

Trauer in der Musikbranche: Rapper Coolio ist tot.

IMAGO/MediaPunch
Der Musiker ist im Alter von 59 Jahren verstorben.

Der Musiker ist im Alter von 59 Jahren verstorben.

IMAGO/MediaPunch
Der Rapper besuchte laut TMZ.com am Mittwoch einen Freund in dessen Wohnung. Er habe ins Badezimmer gewollt – als er dieses nach einiger Zeit noch immer nicht verlassen habe, habe der Freund ihn schliesslich leblos auf dem Badezimmerboden vorgefunden. 

Der Rapper besuchte laut TMZ.com am Mittwoch einen Freund in dessen Wohnung. Er habe ins Badezimmer gewollt – als er dieses nach einiger Zeit noch immer nicht verlassen habe, habe der Freund ihn schliesslich leblos auf dem Badezimmerboden vorgefunden. 

IMAGO/MediaPunch

Darum gehts

Coolio galt im Hip-Hop als einer der grössten Stars der 90er-Jahre. Der Rapper mit dem bürgerlichen Namen Artis Leon Ivey Jr. wurde 1963 in Monessen im US-Staat Pennsylvania geboren und zog später nach Compton, einem Vorort von Los Angeles. Weil seine Mutter die Stadt für zu gefährlich hielt, schickte sie ihren Sohn in dessen Jugendzeit für eine Weile in den Norden Kaliforniens.

In Interviews schilderte Coolio, dass er im Alter von 15 Jahren mit dem Rappen begonnen und mit 18 Jahren gewusst habe, dass er dies zu seinem Lebensinhalt machen wollte. Dennoch besuchte er zunächst eine Volkshochschule und arbeitete als freiwilliger Feuerwehrmann und als Sicherheitsmann am Flughafen, ehe er sich Ende der 1980er-Jahre vollends der Rapmusik verschrieb.

Kennst du den Hit «Gangsta’s Paradise»?

Einen Grammy und eine Dankesrede für die West- und Ostküste

Seine Karriere nahm 1994 mit der Veröffentlichung seines Debütalbums «It Takes a Thief» Fahrt auf. Der erste Song der Platte, «Fantastic Voyage», kletterte in der Hitparade Billboard Hot 100 auf Platz drei. Ein Jahr später folgte der legendäre Hit «Gangsta’s Paradise», der auf Stevie Wonders Lied «Pastime Paradise» von 1976 beruhte. Coolios Song gilt als ein Rap-Klassiker, der auch Hip-Hop-Unkundigen aus dem Soundtrack des Dramas «Dangerous Minds – Wilde Gedanken» mit Michelle Pfeiffer bekannt sein dürfte.

Für «Gangsta’s Paradise» bekam Coolio 1996 einen Grammy für die beste Rap-Solo-Darbietung. In seiner Dankesrede ging er damals auch auf die berüchtigte Fehde zwischen Hip-Hop-Gemeinden der Ost- und Westküste der USA ein, aus der er sich weitgehend heraushielt.

«Ich möchte diesen Grammy im Namen der ganzen Hip-Hip-Nation entgegennehmen, Westküste, Ostküste, und weltweit, geeint stehen wir, gespalten fallen wir», erklärte Coolio auf der Bühne. Inmitten der Eskalation der Fehde wurden allerdings später die Rapgrössen Tupak Shakur und The Notorious B.I.G. erschossen.

Drogen, Waffen und Raub

Einen so grossen Hit wie «Gangsta’s Paradise» sollte Coolio zwar nicht mehr landen, doch feierte er danach mit Songs wie «1,2,3,4 (Sumpin' New)» und «C U When U Get There» Erfolge. Seine Alben verkauften sich 4,8 Millionen Mal, seine Songs wurden laut der Website Luminate zudem 987 Millionen Mal gestreamt. Insgesamt war Coolio für sechs Grammys nominiert.

Wegen illegalen Drogen- und Waffenbesitzes war der Rapper wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Auch in Deutschland stand er 1998 vor Gericht. Damals wurde er wegen Beihilfe zu Raub und Körperverletzung zu sechs Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe verurteilt.

Von 1996 bis 2000 war Coolio mit Josefa Salinas verheiratet, mit der er vier Kinder hatte. Insgesamt hinterlässt der Musiker zehn Kinder – Grtis, Brandi, Artisha, Shayne, Milan, Jackie, Darius, Kate, Artis, Zhaneand. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

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(DPA/kao)

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