Aktualisiert 23.06.2017 10:42

Tatort GeuenseeKulttöffli von Thrash-Metaller aufgetaucht

Seit 2011 fährt Martin Haller ein kostbares Kulttöffli der Marke Sachs 502 Alpa 31 L. Am Sonntag wurde es gestohlen, nun ist das Töffli aufgetaucht

von
Daniela Gigor
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Dieses Töffli wurde am vergangenen Sonntag gestohlen.

Dieses Töffli wurde am vergangenen Sonntag gestohlen.

Martin Haller bei einem Auftritt mit seiner Band Exit.

Martin Haller bei einem Auftritt mit seiner Band Exit.

Martin Haller hat nichts mehr zu lachen, nachdem ihm sein Töffli geklaut wurde.

Martin Haller hat nichts mehr zu lachen, nachdem ihm sein Töffli geklaut wurde.

Der Luzerner Martin Haller (36) ist Gitarrist der Surseer Death- und Thrash-Metal-Band Exit. Am vergangenen Sonntag reiste die Band für ein Konzert nach Genf. Haller fuhr am Mittag mit seinem Töffli bis zum Schulhaus in Geuensee, stellte es ab und kettete es am Veloständer an.

Gegen Mitternacht kehrte die Band aus Genf zurück nach Geuensee. Als Haller seinen Sachs 502 Alpa 31 L beim Schulhaus abholen wollte, erlebte er die böse Überraschung: «Das Töffli war inklusive Kette weg.» Gekauft hatte Haller das Kulttöffli im Jahr 2011. Seither pflegte er es gut und benutzte es oft. Er sei auch oft darauf angesprochen worden und wurde von anderen Personen beneidet. «Es ist mir die Jahre über ans Herz gewachsen und ich finde es eine Frechheit, einfach ein Töffli zu klauen», sagt Haller weiter.

Nachdem Haller eine Anzeige erstattet hatte, kann er nun wieder lachen: Die Luzerner Polizei habe das Kulttöffli im Surseer Wald entdeckt, wie Haller zu 20 Minuten sagt. Offenbar hatte er Glück: Das Töffli scheint intakt zu sein. Sein geliebtes Gefährt werde er bald bei der Polizei abholen.

Für solche Töffli investierten Arbeiter einen Lohn

Laut Martin Sigrist, Redaktor bei der «Automobilrevue», kam das Töffli Mitte der 60er-Jahre auf den Markt: Die Bezeichnung Sachs 502 steht für den Motorenhersteller Fichtel und Sachs. Diese Firma hätte früher die Motoren an sogenannte Konfektionäre verkauft, die die Motoren in ihre Rahmen einbauten. Der Zusatzbegriff Alpa 31 L stehe für den heutigen Familienbetrieb Cresta Swiss Bikes aus Sirnach, der früher unter dem Namen Alpa Töffli baute. «Als diese Töfflis auf den Markt kamen, kostete es etwa zwischen 400 und 500 Franken. Arbeiter hätten damals etwa einen Monatslohn für das Gefährt hinblättern müssen», sagt Sigrist.

Fachmann glaubt nicht an Nachtbubenstreich

Der Hype um die Töffli sei eine Riesengeschichte. Sowohl ältere Männer wie auch junge Burschen hätten wieder Freude daran. Sigrist: «Die Älteren schwelgen in den Erinnerungen und 12- bis 14-jährige Buben lernen wieder die Technik der Töffli kennen, schrauben daran herum und besorgen sich auf mühsame Weise die benötigten Ersatzteile.» Sigrist sagt weiter: «Das gestohlene Sachs 502 Alpa 31 L ist genau so eines, wie es heute gesucht wird.» Den Wert schätzt er auf 2000 bis 2200 Franken. Diese hohen Preise würden zeigen, wie beliebt und begehrt die Töffli heutzutage wieder seien, denn: «Für den selben Betrag gibt es bereits gute Occasions-Motorräder zu kaufen.»

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