Aktualisiert 20.10.2011 18:23

BenutzeroberflächenKulturelle Vorlieben erkennen

Zu viel Text, zu kleine Bilder, zu wenig emotional. So das Urteil der ruandischen Forscher, als sie die von Katharina Reinecke programmierte Lernsoftware für Agrarwissenschaftler zum ersten Mal im Einsatz sahen.

von
FEE

«Die Ruander vermissten einen Avatar, der sie durch das Programm navigiert», sagt die Informatikerin, die an der Uni Zürich ihren Doktor machte. So wie beispielsweise die Microsoft-Büroklammer. Von ihr zeigten sich die afrikanischen Forscher ganz begeistert, während sie hierzulande hingegen kaum geschätzt wird. Weil die Geschmäcker verschieden sind, hat Reinecke nun «kulturell-adaptive Benutzeroberflächen» entwickelt. Dieser Ansatz ermöglicht Internetseiten und Softwareprogrammen, Design und Benutzerführung an kulturelle Präferenzen anzupassen. Die Applikation MOCCA kann sich in Struktur und Ästhetik mit über 100 000 Benutzeroberflächen an verschiedene Kulturen anpassen: «Der Nutzer gibt bei der Registrierung kulturspezifische Angaben wie Sprache, Wohnort und Auslandsaufenthalte an und erhält dann eine auf ihn zugeschnittene Oberfläche.» Für ihre Arbeit hat Reinecke den mit 7500 Franken dotierten Mercator-Preis erhalten. (FEE/20 Minuten)

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

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