Zürich: Kulturhaus Kosmos ist konkurs – Betrieb per sofort eingestellt

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ZürichKulturhaus Kosmos geht in Konkurs – 71 Personen verlieren per sofort ihren Job

Der Betrieb des Kosmos wird per sofort eingestellt. Wie die neuen Verwaltungsräte am Montag mitteilten, könne die Liquidität des Kulturlokals nicht länger gesichert werden. 

von
Erika Unternährer
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Das Kulturhaus im Zürcher Kreis 4 hat seinen Betrieb per sofort eingestellt.

Das Kulturhaus im Zürcher Kreis 4 hat seinen Betrieb per sofort eingestellt.

Tamedia/Anna-Tia Buss 
Grund dafür sei, dass die Kosmos-Kultur AG insolvent sei. 

Grund dafür sei, dass die Kosmos-Kultur AG insolvent sei. 

Tamedia/Ela Çelik
Erst Ende September hatte das Kosmos neue Verwaltungsräte bekommen: Roberto Feusi und Valentin Diem. Laut den neuen Verwaltungsräten ist ihnen die finanzielle Lage des Betriebs nicht transparent dargelegt worden. 

Erst Ende September hatte das Kosmos neue Verwaltungsräte bekommen: Roberto Feusi und Valentin Diem. Laut den neuen Verwaltungsräten ist ihnen die finanzielle Lage des Betriebs nicht transparent dargelegt worden. 

Tamedia/Anna-Tia Buss 

Darum gehts

Mit dem Kino-, Kultur- und Gastrolokal Kosmos im Zürcher Kreis 4 ist Schluss. Wie die Kosmos-Kultur AG am Montag mitteilte, wird der Betrieb per sofort eingestellt. Der Grund: Die Kosmos-Kultur AG ist insolvent. Wie es im Schreiben heisst, haben die Verwaltungsräte die Bilanz des Betriebs am Montag beim Konkursgericht deponiert. Damit haben 71 Mitarbeitende von einem Tag auf den anderen ihre Stelle verloren, wie es auf Anfrage von 20 Minuten heisst. 

Die Verwaltungsräte Roberto Feusi und Valentin Diem, die erst im September ihre Ämter angetreten sind, seien zum Schluss gekommen, dass der Betrieb des Kosmos nicht länger aufrechterhalten werden und sich nicht weiter nachhaltig finanzieren lassen könne. Die Liquidität könne nicht länger gesichert werden. «Trotz der Sanierung beurteilt der Verwaltungsrat das betriebswirtschaftliche Konzept in der heutigen Form als ungenügend, die Kosten des Kosmos für den laufenden Betrieb als zu hoch und die Schuldenlast als zu erdrückend», heisst es in der Mitteilung.

«Kosmos blieb immer nur Vision ohne nachhaltige Machbarkeit»

«Es ist bedauerlich, dass es keinen anderen Weg gibt. Sämtliche Rettungsversuche sind gescheitert», erklärte Roberto Feusi. Die finanzielle Lage des Kosmos sei den neuen Verwaltungsräten nicht transparent dargelegt worden. Der Verwaltungsrat bedauere, dass die Einstellung des Kosmos mit hoher Wahrscheinlichkeit den Verlust von verschiedenen attraktiven und sinnstiftenden Arbeitsplätzen sowie das Ende einer wertvollen
Kulturinstitution bedeute.

«Heute wissen wir, dass ein funktionierender Businessplan schlicht nicht vorhanden war, der betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten standhält. Alles deutet darauf hin, dass der Kosmos immer nur Vision blieb ohne nachhaltige Machbarkeit», ergänzt Roberto Feusi. Ob in der Liegenschaft an der Europaallee wieder ein Kulturbetrieb einziehen wird, ist derzeit offen.

Mitarbeitende am Tag der Schliessung informiert

Wie die Verantwortlichen gegenüber 20 Minuten erklären, seien die Mitarbeitenden erst am Tag der Schliessung informiert worden. «In den vergangenen Wochen hat der Verwaltungsrat die Mitarbeitenden laufend über die finanzielle Lage der Kosmos-Kultur AG informiert.» Was die Löhne betreffe, so seien jene für den November ausbezahlt worden. Zusätzlich hätten die Mitarbeitenden den 13. Monatslohn pro rata für die Monate Januar bis November erhalten. 

Bei der Stellensuche der ehemaligen Mitarbeitenden könne der Verwaltungsrat keine «systematische» Hilfe bieten. Man gehe aber davon aus, dass die Mitarbeitenden im Gastrobereich «sehr schnell» eine neue Stelle finden würden. 

«Ich war gestern noch dort»

Auf Instagram sind die Userinnen und User über die unerwartete Nachricht schockiert. Viele bedauern, ihren «Lieblingsort» in Zürich verloren zu haben. Kommentare wie «Was?», «Für immer?» und «Ich war doch gestern noch dort» häufen sich. Zahlreiche schreiben, dass sie das Kulturhaus vermissen werden. Andere weisen auf bevorstehende Events hin, welche nun nicht stattfinden. 

Ein ebensolcher Event ist das Human Rights Film Festival. Gedauert hätte das Festival bis und mit 6. Dezember. Noch am Sonntag publizierte der Festival-Instagram-Account das Programm von Montag. Am Tag der Schliessung teilten die Organisatorinnen und Organisatoren des Festivals ebenfalls auf Instagram mit, dass der Event vorzeitig beendet werden müsse. Wer sein Ticket schon gekauft hatte, hat Pech: das Geld bekommt man nicht zurückerstattet. Wie Verantwortlichen des Kosmos auf Anfrage erklären, würde das Geld in die Konkursmasse fallen. Was dann damit geschehe, würden die zuständigen Behörden entscheiden.  

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