Aktualisiert 07.06.2007 21:01

Kulturposse in St. Gallen

Die St. Galler Künstlerin Pipilotti Rist überlegt sich, den Kulturpreis der St. Gallischen Kulturstiftung abzulehnen. Sie ist enttäuscht, dass der Kantonsrat am Dienstag beschloss, ihr Filmprojekt «Pepperminta» nicht zu unterstützen.

Die St. Gallische Kulturstiftung will die Video-Künstlerin Pipilotti Rist mit dem mit 30 000 Franken dotierten Kulturpreis auszeichnen. Der Preis wird nur alle drei Jahre vergeben. «Ich hätte Nein sagen müssen», sagte Pipilotti Rist am Donnerstag gegenüber dem Regionaljournal Ostschweiz von Schweizer Radio DRS.

Pipilotti Rist ist enttäuscht. Die St. Galler Kantonsregierung wollte ihr Filmprojekt «Pepperminta» mit 300 000 Franken aus dem Lotteriefonds unterstützen. Auf Antrag der SVP-Fraktion strich das Parlament den Beitrag. Die SVP hatte argumentiert, es seien junge Künstler zu fördern, nicht eine weltbekannte Künstlerin wie Rist.

Elisabeth Keller, Präsidentin der St. Gallischen Kulturstiftung, kann diese Argumente nicht nachvollziehen, wie sie gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte. Keller bedauert den Entscheid des Parlaments. Sie habe Verständnis für die Enttäuschung Pipilottis.

Keller begreift auch, dass Rist in einer ersten Reaktion darüber nachdenkt, den Preis der St. Gallischen Kulturstiftung auszuschlagen. Mit diesem Ansinnen sei die Künstlerin aber noch nicht an sie herangetreten. Keller ist guter Dinge, dass Pipilotti Rist den Preis annehmen wird: «Sie würde die Falschen bestrafen».

2004 wurde der Künstler Roman Signer mit dem Preis ausgezeichnet, vor ihm die Schrifstellerin Helen Meier. Rist ist ein bekannte zeitgenössische Ostschweizer Künstlerin - und sie hat Erfolg: Das Museum of Modern Arts in New York ehrt die in Werdenberg aufgewachsene Pipilotti Rist 2009 mit einer Ausstellung.

(sda)

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