Kulturveranstalter fürchten mehr Beizen-Schliessungen

Aktualisiert

Kulturveranstalter fürchten mehr Beizen-Schliessungen

Fertig mit durchzechten Nächten: Die Traditionslokale Brauerzunft und der Schwarze Bären müssen neu früher schliessen.

Grund für die Einschränkung für die beiden Lokale an der Rheingasse sind Reklamationen der Nachbarschaft. «Wir haben Angst, dass Betriebe auch geschlossen werden müssen», so Kulturveranstalter Tino Krattiger. Laut dem neuen Gastrogesetz könne man aber Massnahmen wie das Verkürzen der Öffnungszeiten nur ergreifen, wenn das Amt für Umwelt und Energie miteinbezogen werde. Dies sei hier klar nicht der Fall gewesen, ärgert sich Krattiger.

Laut Wirteverbandsprecher Maurus Ebneter wäre dieser Entscheid auch mit dem alten Gesetz möglich gewesen: «Offensichtlich

hatten die Wirte ihr Publikum nicht im Griff», so Ebneter.

(dd)

Haben sie Angst um Basels Nachtleben?

Pia Steinmann, 27, Studentin

Irgendwie schon. Natürlich müssen Beizer und Besucher auf die Anwohner Rücksicht nehmen. Aber es braucht in der Stadt unbedingt Lokale, die länger geöffnet sind, damit Geselligkeit gelebt werden kann.

Salvatore Sturniolo, 36, Ingenieur

Ich habe keine Angst, dass das Nachtleben in Basel gefährdet ist – die Qualität wird einfach anders. Seit ich mich erinnern kann, gab es immer Möglichkeiten, bis zum Morgengrauen in der Stadt umherzuziehen.

Susanne Hörni, 26, Studentin

Die Stadt ist in meinen Augen schon sehr verschlafen. Da ich nie in den betroffenen Beizen war, ist es mir egal, wie lange sie geöffnet haben. Ich fände es aber schade, wenn das noch anderen Lokalen passieren würde.

Alexander Gröflin, 20, Praktikant

Generell ist das Nachtleben in Basel jetzt schon gedämpft. Es gibt nur noch vereinzelte Orte, wo zu später Stunde wirklich etwas los ist. Deshalb verlagert sich das Ganze auch immer mehr nach Zürich.

Hans-Ruedi Schmid, 36, Verkehrsingenieur

Nein. Heute ist das Nachtleben in der Stadt schon irgendwie langweilig, aber das Angebot passt sich der Nachfrage an. Ich gehe eh nur noch an Orte, wo ich die Leute treffe, die mir sympathisch sind.

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