SBB.ch: «Kunden müssen sich umgewöhnen»
Aktualisiert

SBB.ch«Kunden müssen sich umgewöhnen»

Die SBB rechtfertigen die hohen Kosten für den neuen Internet-Auftritt. Der Konzernsprecher sagt, die Reaktionen seien mehrheitlich positiv ausgefallen.

von
dsc
Die SBB-Website wurde teils nur langsam geladen. (Bildmontage: 20 Minuten Online)

Die SBB-Website wurde teils nur langsam geladen. (Bildmontage: 20 Minuten Online)

Wer in den letzten Tagen www.sbb.ch besuchte, musste sich immer wieder gedulden. Seiten wurden langsam geladen. Christian Ginsig, Sprecher des SBB-Konzerns, bestätigt: «Es war uns klar, dass am ersten Tag etwas Performance-Probleme auftauchen würden.» Die gesamte Umschaltung von den Testsystemen auf das neue System sei schrittweise erfolgt.

Seit die neue Website online ist, wird das Design von Jung und Alt unter die Lupe genommen. Das hat anscheinend die SBB-Server beansprucht. «Wir waren uns bewusst, dass die Kunden in den ersten Tagen quer durch die neue SBB-Seite klicken werden und den Inhalt der neuen Seite durchstöbern», sagt der Mediensprecher. «Das freut uns - und uns war klar, dass damit auch mehr Datenverkehr ausgelöst wird.» Dies werde sich aber sicher in den kommenden Tagen auf einem normalen Niveau einpendeln.

Teils heftige Reaktionen

Die Reaktionen der Kunden auf den neuen Auftritt seien «fast ausnahmslos positiv» gewesen, sagt Ginsig. «Einige Fragen gingen bei uns zur neuen grafischen Oberfläche ein, denn die Kunden müssen sich etwas umgewöhnen, da die Inhalte neu strukturiert wurden.» Insgesamt seien die SBB mit dem «Rollout» sehr zufrieden. Man nehme aber auch gerne Rückmeldungen entgegen.

Eine nicht repräsentative Leser-Umfrage auf 20 Minuten Online spricht ebenfalls eine deutliche Sprache: Zwei Drittel der knapp tausend Abstimmenden finden den neuen SBB-Auftritt positiv. Dies spiegelt sich auch in den zahlreichen Kommentaren wieder. Das Interview mit der Usability-Expertin Silvia Zimmermann hat teilweise heftige Reaktionen ausgelöst. Sie hatte sich kritisch geäussert bezüglich Benutzerfreundlichkeit und optischer Gestaltung der SBB-Website.

Stolze Summe

Der neue Internet-Auftritt der Schweizerischen Bundesbahnen hat eine stolze Summe gekostet. «Rund fünf Millionen Franken», bestätigt Ginsig.

Fünf Millionen für eine Website? Wer sich ob des Betrages wundert, muss sich die Online-Dienstleistungen vor Augen halten. Angefangen beim Abfragen von Fahrplänen und dem Ticketkauf, laufen die verschiedensten Transaktionen über die Server der SBB. Mit Computern im In- und Ausland werden zudem Daten ausgetauscht. Der SBB-Sprecher spricht von einer sehr komplexen Einbindung der Website. «Es bestehen umfangreiche Schnittstellen zu nationalen und internationalen Systemen.»

Kostspielig ist aber auch der sprachliche Service - auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch. «Alleine für den neuen Webauftritt mussten 13 000 Webseiten übersetzt und in das neue System eingepflegt werden», sagt Ginsig. Der personelle Aufwand sei dementsprechend «sehr gross» gewesen.

Nichts verpassen

Das Ressort Digital ist auch auf Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie neben unseren Tweets die interessantesten Tech-News anderer Websites.

Deine Meinung