Ungewolltes Upgrade: Kunden sind empört über teurere Swisscom-Abos
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Ungewolltes UpgradeKunden sind empört über teurere Swisscom-Abos

Die alten Abos von Swisscom werden abgeschafft. Die Alternativen sind teils teurer. Darüber informiert das Unternehmen die Kunden in einem Brief.

von
doz
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Die Wechsel erfolgen laufend. Swisscom informiert Kunden mindestens 30 Tage vor dem geplanten Wechsel.

Die Wechsel erfolgen laufend. Swisscom informiert Kunden mindestens 30 Tage vor dem geplanten Wechsel.

Keystone/Melanie Duchene
Betroffen sind die Swisscom-Abos «Natel swiss liberty», «Natel xtra start», «Natel data flat», «Natel basic liberty», «Natel liberty primo» und «Natel budget min».

Betroffen sind die Swisscom-Abos «Natel swiss liberty», «Natel xtra start», «Natel data flat», «Natel basic liberty», «Natel liberty primo» und «Natel budget min».

Keystone/Gaetan Bally
Viele Kunden zeigen sich darüber empört.

Viele Kunden zeigen sich darüber empört.

Keystone/Gaetan Bally

Viele Swisscom-Kunden erhielten Anfang Oktober einen Brief, über den sie sich wohl nicht sonderlich gefreut haben. Darin stand nämlich, dass ihr bisheriges Swisscom-Abonnement abgeschafft und automatisch auf ein neues umgestellt werde. Das Problem dabei: Die neuen Abos sind um einiges teurer als jene, die aus dem Angebot genommen werden, berichtet das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso».

So sei beispielsweise mehreren Kunden mit dem «Natel basic liberty»-Abo das «inOne mobile light»-Abo empfohlen worden. Kostenpunkt: 35 statt 12 Franken. Wie die Swisscom erklärt, wurde aber kein Ersatz von bestimmten Abos mit bestimmten anderen vorgenommen, sondern: «Wir haben für den Vorschlag die bezogenen Leistungen der Kunden berücksichtigt, und ihnen jeweils das nächst passende Abo vorgeschlagen. Die Gesamtkosten für Kunden sind in vielen Fällen tiefer. »

Aber es gebe auch Kunden, die neu etwas mehr zahlen müssten. Falls für den Kunden künftig ein aktuelles Swisscom Abo aufgrund der niedrigen Nutzung keine Lösung mehr ist und ihm kein passendes Abo vorschlagen werden kann, kann im persönlichen Gespräch mit einem Mitarbeiter jederzeit eine Alternative gefunden werden.

Swisscom sucht Kontakt zu Kunden

Doch viele Kunden kritisieren, dass die Swisscom früher hätte informieren müssen. Es wurde nicht einmal die vertragliche Kündigungsfrist von 45 Tagen eingehalten, denn die Briefe waren auf den 27. September datiert und landeten am 3. oder 4. Oktober bei den Kunden. Der automatische Abo-Wechsel soll aber bereits am 8. November stattfinden. Die Swisscom gibt allerdings an, dass es sich in diesem Fall nicht um eine Abo-Kündigung, sondern um einen Abo-Wechsel handle. Über diesen habe man fristgemäss informiert.

Eine Sprecherin der Swisscom sagt zu 20 Minuten, dass mindestens 30 Tage eine angemessene Dauer sei, um Kunden Zeit zu geben, zu reagieren. Gleichzeitig würden die Kunden so nicht so lange im Voraus informiert, dass es vergessen gehe.

Neue Abos sollen sogar billiger sein

Zudem heisst es seitens der Swisscom, dass die Gesamtkosten mit den neuen Abos für viele Kunden tiefer seien als die alten. Denn nun seien die Gesprächskosten und Internet-Daten bereits ganz oder teilweise im Abo-Paket inbegriffen und müssten nicht mehr separat bezahlt werden.

Dies besänftigt die wütenden Kunden aber keineswegs, denn viele geben an, absichtlich die günstigen Abos bezogen zu haben, weil sie das Internet selten nutzen oder nur wenig telefonieren. Daher bietet die Swisscom Betroffenen an, sich zu melden und mit ihnen gemeinsam eine günstigere Alternative auszuarbeiten.

So kommentiert die Swisscom die Abschaffung der alten Abos: «Die betroffenen Tarife sind zumeist über zehn Jahre alt, nicht mehr zeitgemäss und werden nicht mehr von vielen Kunden genutzt.» Mit den neuen Abos würden viele Kunden von Inklusivleistungen profitieren und würden je nach Nutzung unterm Strich teils sogar weniger bezahlen, sagt die Sprecherin zu 20 Minuten. Kunden hätten zudem jederzeit die Möglichkeit, auf ein anderes, aktuelles Abo zu wechseln, schreibt die Swisscom weiter.

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