Aktualisiert 28.02.2014 09:18

Mitglieder überrascht

Kundendaten des TCS landen in den USA

Der TCS speichert die Daten seiner Kunden auf Servern in den USA – diese wissen aber von nichts. Jetzt rügt der Konsumentenschutz wegen fehlender Transparenz.

von
pat

Fast jeder zweite Schweizer Haushalt ist Mitglied beim Touring Club Schweiz (TCS). Die wenigsten der 1,6 Millionen Mitglieder wissen, dass der grösste Schweizer Mobilitätsclub die Daten seiner Kunden seit kurzem auf Servern in den USA speichert.

Dazu nutzt er eine Cloud. Das sind externe Serverzentren, die im Fall des TCS von der US-Firma Salesforce.com betreut werden. Vor dem Hintergrund der Spionageaffäre um die amerikanische National Security Agency (NSA) ist die Datenauslagerung heikel.

Seit in den USA ein Gesetz zum Kampf gegen Terrorismus erlassen wurde, können die Behörden von den Unternehmen Kundendaten einfordern – das könnte auch dem TCS blühen.

In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Automobilclubs steht jedoch kein Wort, dass Kundendaten in den USA gespeichert werden. Es ist lediglich vermerkt, dass die Daten auch an Dritte ausserhalb der TCS-Gruppe abgegeben werden könnten, auch ins Ausland. Das schreibt die «Berner Zeitung» in ihrer heutigen Ausgabe.

Rechtlich in Ordnung

Damit kann dem TCS rechtlich nichts vorgeworfen werden. Kritik gibt es vom Konsumentenschutz aber trotzdem: «So sind die TCS-Kunden nicht umfassend informiert. Sie würden überrascht reagieren, wenn sie erfahren, dass ihre Daten nicht in der Schweiz gespeichert sind», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz.

Die Mitglieder sollten demnach vor Vertragsabschluss explizit darauf hingewiesen werden, dass ihre Daten möglicherweise in den USA landen. Dass die Daten ausgerechnet in die Staaten wandern, sei so nicht zu erwarten.

TCS-Sprecher David Venetz betont, alle US-Partner unterlägen dem Safe-Harbor-Abkommen. Weil der Datenschutz in den USA aus europäischer Sicht ungenügend ist, hat die Schweiz dieses Regelwerk mit den USA abgeschlossen. Es ist jedoch fraglich, ob die Kundendaten damit vor der NSA sicher sind.

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