Gegendemonstration: Kundgebung für weissen Polizisten in Ferguson
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GegendemonstrationKundgebung für weissen Polizisten in Ferguson

Der Unmut über die tödlichen Schüsse auf einen jungen Schwarzen in der US-Kleinstadt Ferguson hat am Wochenende erstmals Unterstützer beider Seiten auf die Strasse getrieben.

In St. Louis demonstrierten am Samstag rund hundert Menschen für den weissen Polizisten, der den Jugendlichen Michael Brown erschossen hatte. Mit Schildern und Sprechchören forderten die Unterstützer von Darren Wilson die Unschuldsvermutung für den Polizisten, der nach den Schüssen auf Brown untergetaucht war. «Wir mögen die Polizisten», riefen die Demonstranten, die sich in einem südlichen Bezirk von St. Louis im Bundesstaat Missouri versammelt hatten. Einige trugen T-Shirts mit dem Namen des 28-jährigen Beamten. Ferguson ist ein Vorort von St. Louis.

Dort blieb es in der Nacht zum Samstag ruhig, wie die Polizei am Vormittag (Ortszeit) mitteilte. Demnach gab es keine einzige Festnahme, nachdem es in den Nächten zuvor zu teils schweren Krawallen und Plünderungen gekommen war. Am Montag soll die Beerdigung von Brown stattfinden, der am 9. August von Wilson erschossen worden war - dann rechnet die Polizei mit neuen Demonstrationen.

Im New Yorker Bezirk Staten Island gingen am Samstag ausserdem tausende Menschen für den schwarzen Familienvater Eric Garner auf die Strasse. Der 43-Jährige war Mitte Juli bei der Festnahme durch mehrere Polizisten gestorben. Unter anderem rang der unter Asthma leidende Mann am Boden liegend um Luft, wie später auf einem Amateurvideo zu sehen war. Viele Demonstranten würdigten auf ihren Schildern neben Garner auch den in Ferguson getöteten 18-jährigen Brown.

Militärische Ausrüstung auf Prüfstand

US-Präsident Barack Obama ordnete nach Angaben eines Regierungsvertreters unterdessen die Überprüfung der Ausstattung örtlicher Polizisten mit militärischer Ausrüstung an. Die Beamten in Ferguson waren den dortigen Demonstranten mit grosser Gewalt und Schutzausrüstung gegenüber getreten, was vor allem in den Medien scharf kritisiert worden war.

Die Programme, auf deren Basis staatliche und kommunale Ordnungskräfte militärische Ausrüstung erwerben können, waren nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ausgeweitet worden. Nun soll den Angaben zufolge geklärt werden, ob die Programme angemessen sind und ob die Polizei ausreichend trainiert ist im Umgang mit Armeewaffen.

Die Polizei suspendierte zudem am Freitag wegen aggressiver Äusserungen zu den Protesten in Ferguson einen Polizisten vom Dienst. «Diese Protestierer hätte man in der ersten Nacht wie einen tollwütigen Hund niedermachen sollen», schrieb der Polizist Matthew Pappert im Netzwerk Facebook. «Ihr seid eine Belastung für die Gesellschaft und eine Plage für die Gemeinschaft», fügte er an die Adresse der Demonstranten hinzu.

Die zu 97 Prozent von Weissen bewohnte 6000-Einwohner-Gemeinde Glendale gehört ebenso wie Ferguson zum Grossraum St. Louis. Die Bewohner von Ferguson sind indes überwiegend schwarz, die dortige Polizei aber besteht weitgehend aus Weissen. Browns Tod hatte zu einer neuen landesweiten Debatte über Rassismus geführt. (sda)

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