Aktualisiert 06.02.2014 17:49

Recycling-Collagen

Kunst aus Knöpfen und Kinderspielzeug

Die Collagen von Jane Perkins sind Mosaike aus Recycling-Objekten, die die Künstlerin auf Flohmärkten zusammenkauft. Näher hinsehen lohnt sich.

Seit 2008 fertigt Jane Perkins Collagen aus Plastik-Objekten, vornehmlich buntem Kinderspielzeug, «Chrälleli», Knöpfen und Figuren. Angefangen hat sie mit Interpretationen von klassischen Werken, die sie «Plastic Classics» nennt. Da sind Werke von Monet, Klimt, Vermeer und anderen dabei.

Seit vier Jahren leimt sie auch Porträts mit denselben Materialien. Die Porträtierten sind Albert Einstein, Queen Elizabeth, Usain Bolt, Marilyn Monroe, aber auch Sharbat Gula, das afghanische Mädchen vom berühmten «National Geographics»-Titelbild. Das Material findet Perkins oft auf Flohmärkten. Sie malt nichts davon an. Die Objekte werden nur gereinigt und dann mit Heissleim aufgeklebt.

Moderate Preise

Bevor sie sich der Kunst widmete, war Perkins Krankenschwester, Hausfrau und Mutter. In ihrer Freizeit hat sie dann am Somerset College of Arts and Technology Kurse, vor allem in textilem Werken, belegt und ihren Bachelor in Interior Textiles/Surface Design gemacht. Während sie ihre Abschlussarbeit schrieb, begegnete sie religiösem Haarschmuck aus Ecuador. Der war dekoriert mit einer bizarren Mischung aus Fundsachen und weggeworfenen Objekten: kaputtem Schmuck, Muscheln, Puppen, Glühbirnen, Münzen und so weiter. Perkins hat sich auf der Stelle verliebt in diese Kunstform und begann, Broschen aus Treibholz und ähnlichen Objekten zu fertigen. Irgendwann kam ihr die Idee, die vielen Sachen, die sie schon gesammelt hatte, in Collagen zu verarbeiten. Sie kopierte alte Meister und begann so, Porträts zu leimen.

Heute werden ihre Werke in London, New York und Singapur gekauft. Die Preise für ein Original liegen bei 2000 bis 2600 englischen Pfund(3000 bis 3800 Franken). An einem Bild arbeitet sie im Schnitt um die drei Wochen, danach lässt sie es aber noch länger in der Wohnung hängen, damit sie gegebenenfalls noch etwas ändern kann. Erst dann trennt sich Jane Perkins von einem Werk.

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