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Kunst mit «Etch-A-Sketch»

Nicht mit Pinsel und Farbe, sondern mit einem Kult-Spielzeug aus den 70ern verdient Jeff Gagliardi teilweise seinen Lebensunterhalt. Und er erobert mit seinen Werken auch die Kunstmuseen: Der Künstler malt per Knöpfedrehen Klassiker der Kunstgeschichte nach.

«Etch-A-Sketch-Art» nennt Gagliardi seine Kunst: Er lässt beeindruckende Bilder auf der silbergrauen Zeichenfläche zur Geltung kommen.

Der «Leonardo des Etch-A-Sketch» hat mit dem Zeichen-Spielzeug schon die Mona Lisa ins Aluminium-Pulver geschabt und sogar eine Replica von Salvador Dalis «Beständigkeit der Erinnerung» nachgezeichnet.

Wie Gagliardi auf seiner Website schreibt, besass er als Kind nie eine solche Zeichentafel. Erst als er in seiner Studienzeit einen «Etch-A-Sketch» eines Bekannten auslieh und damit herumspielte, entdeckte der Künstler seine Passion und das Talent für diese Art Kunst.

Die Werke des Amerikaners können in mehreren US-Museen bestaunt werden. Ausserdem bescherten ihm seine Kunstwerke zahlreiche Auftritte in den amerikanischen Medien. Glaubt man den Behauptungen mehrerer Weblogs, so verkauft Gagliardi seine Zeichentafeln für vierstellige Beträge.

Anfang der 70er Jahre fanden die «Etch-A-Sketch»-Zeichengeräte, für die übrigens bis heute kein deutscher Begriff gefunden wurde, reissenden Absatz: Roter Rahmen, zwei weisse Knöpfe und eine Zeichenfläche aus Glas, die von hinten mit Aluminium-Pulver beschichtet ist. Durch das Drehen der Knöpfe schabt ein kleiner Stift hinter der Scheibe horizontal, vertikal oder diagonal schwarze Linien in die silbergraue Masse. Dies verlangt vom Zeichner ein gehöriges Mass an motorischer Koordination. Da man den Stift nicht absetzen kann, muss das Motiv zudem in einem Zug gezeichnet werden. Will Gagliardi sein Werk behalten, darf er die Tafel auf keinen Fall schütteln - ansonsten vermischt sich das Pulver hinter der Glasscheibe wieder und das Kunstwerk ist im Nu gelöscht.

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