Neben der Art: Kunst-Protest mit Frisbees am Messeplatz

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Neben der ArtKunst-Protest mit Frisbees am Messeplatz

Das Kunstkollektiv «Die Zelle» will am Freitag auf dem Messeplatz Frisbee spielen. In den vergangenen Jahren kam es bei ähnlichen Aktionen zu Polizeieinsätzen.

von
jd
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Noch bevor die Schüler die Pappteller ihrer abgebrochenen Gedenkaktion «Art and Order» verteilen konnten, wurden sie von der Polizei festgenommen.

Noch bevor die Schüler die Pappteller ihrer abgebrochenen Gedenkaktion «Art and Order» verteilen konnten, wurden sie von der Polizei festgenommen.

zVg
Die Schüler wollten Pappteller und kleine runde Flyer an Besucher der Art verteilen, um an die letztjährige polizeiliche Räumung der Art-Basel-Favela zu erinnern.

Die Schüler wollten Pappteller und kleine runde Flyer an Besucher der Art verteilen, um an die letztjährige polizeiliche Räumung der Art-Basel-Favela zu erinnern.

zVg
Die «Kontrolle der Personalien» wurde ohne Erklärung durchgeführt.

Die «Kontrolle der Personalien» wurde ohne Erklärung durchgeführt.

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Das Kollektiv «diezelle» wird am Freitag auf dem Messeplatz Frisbee spielen – der Kunstmesse zum Trotz. «Zum Gedenken an die Zwischenfälle während der Art Basel 2013 und 2014», propagieren die Künstler die Aktion auf ihrer Webseite. In den letzten beiden Jahren setzte die Polizei der unbewilligten Protest-Favela wie auch dem Pappteller-Kunstevent, hinter dem ebenfalls «Die Zelle» stand, jeweils ein jähes Ende.

«Wir spielen seit Anfang Mai jeden Freitag Frisbee auf dem Messeplatz und ich sehe keinen Grund, wieso wir das jetzt während der Art nicht tun sollten», sagt Enrique Fontanilles, Mitglied der «Zelle» und stellvertretender Direktor der Schule für Gestaltung in Basel. Er gehe auch nicht davon aus, dass die Polizei dieses Jahr intervenieren werde. Schliesslich handle es sich um eine «total friedliche Aktion auf öffentlichem Raum.»

Pappteller-Ermittlungen sind noch hängig

Auch die Leitung der Art Basel scheint keine Bedenken zu haben. «Als Messeveranstalter steht für uns die Sicherheit unserer Besucher, Aussteller und der Kunstwerke an höchster Stelle. Solange dies gewährleistet wird, haben wir viel Verständnis», sagt Sprecherin Dorothee Dines – und heisst die Frisbee-Spieler willkommen.

Sorgen bereiten Fontanilles nach wie vor die Eskalationen während des letztjährigen Kunstprojekts. Mit Papptellern ausgerüstet gingen damals einige Mitglieder der Gruppe auf den Messeplatz und versuchten, Flyer an Interessierte zu verteilen. 34 Personen wurden daraufhin von der Polizei festgehalten und kontrolliert, woraufhin 19 davon eine Klage einreichten.

Frage nach den Verantwortlichen

Nun ermittelt die Basler Staatsanwaltschaft wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch und Freiheitsberaubung gegen die Verantwortlichen jenes Polizeieinsatzes. Wer jedoch die Verantwortung zu tragen hat, darüber sind sich die Beteiligten bis heute nicht wirklich einig. Auch ob eine Entschädigung fällig wird und wie diese genau aussehen soll wurde noch nicht beurteilt. «Die Forderung, den Klägern einen Betrag auszuzahlen, stand mal im Raum», so Fontanilles. Aktiv verhandle der Anwalt der Pappteller-Künstler im Moment jedoch nicht mehr.

Die Polizei gab bezüglich des Sicherheitsdispositivs

hinsichtlich des Frisbee-Spiels am Freitag keine Auskunft.

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