Kunstdiebstahl gigantischen Ausmasses
Aktualisiert

Kunstdiebstahl gigantischen Ausmasses

In Italien beweisen selbst die Langfinger guten Geschmack: In den letzten 35 Jahren wurden in unserem Nachbarland fast eine Million Kunstschätze gestohlen.

In Italien sind in 35 Jahren fast eine Million Kunstwerke gestohlen worden.

Nur ein Viertel davon sei wiedergefunden worden, erklärte in Rom der Leiter des Carabinieri-Kommandos für den Schutz der Kunstschätze, Ugo Zottin.

Die meisten Diebstähle wurden in Kirchen begangen, nur ein kleinerer Teil in Museen. Zu den Kunstwerken, die spurlos verschwunden sind, zählt ein Christi-Geburt-Gemälde von Caravaggio, das 1969 aus dem Oratorium San Lorenzo in Palermo gestohlen worden war.

Zottin sprach sich für eine engere Zusammenarbeit mit den Spezialeinheiten anderer europäischer Länder zur Verfolgung von Kunstdieben aus. Insbesondere der Austausch von Informationen solle verstärkt werden.

7700 gestohlene Werke wiedergefunden

Ein Grossteil der gestohlenen Kunstwerke werden im Ausland verkauft, berichtete der Experte. Ausserhalb der italienischen Grenzen wurden in 35 Jahren 7700 gestohlene Werke wiedergefunden.

Zottin machte den Mangel an Aufsicht in den Kirchen und in den Museen für die hohe Zahl verschwundener Kunstschätze verantwortlich. Seit den siebziger Jahren seien Ermittlungen gegen 16 000 Personen wegen Kunstdiebstählen aufgenommen worden.

Grosses Erbe, ungenaue Angaben

«Das künstlerische Erbe Italiens ist so gross, dass man schwer alles überwachen kann. Oft gibt es keine genauen Angaben über die Gegenstände, die gestohlen werden. Es gibt keine Bilder oder Dokumente über die genaue Grösse des Bildes oder des Engels, die verschwunden sind», meinte Zottin.

Laut den von der UNESCO veröffentlichten Daten wurden allein in der süditalienischen Region Apulien 100 000 Grabstätten geplündert, während sich 60 Prozent der apulischen Vasen nicht mehr im Lande befinden.

(sda)

Deine Meinung