Dreiste Masche: Kunstfälscher-Ring in der Waadt aufgeflogen
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Dreiste MascheKunstfälscher-Ring in der Waadt aufgeflogen

Der Waadtländer Polizei sind vier Männer ins Netz gegangen, die im grossen Stil mit gefälschten Bildern gehandelt und Originale geklaut haben.

von
jcg
Zwei der beschlagnahmten Bilder. (Quelle: Kapo VD).

Zwei der beschlagnahmten Bilder. (Quelle: Kapo VD).

Der Waadtländer Polizei hat langwierige Ermittlungen gegen vier Personen abgeschlossen, die mit gefälschten Bildern handelten. Laut Polizeisprecher Jean-Christophe Sauterel ist es der grösste derartige Fall in der Schweiz.

Die Behörden konnten gut 80 gefälschte Bilder beschlagnahmen, die zwischen 2005 und 2008 verkauft wurden, wie es am Mittwoch seitens der Polizei hiess. Die Fälschungen trugen die Signaturen von rund 40 Künstlern - darunter jene von bekannten Malern wie Rodolphe- Théophile Bosshard, Georges Braque, Edouard Vallet, Maurice de Vlamnick und Kees van Dongen.

Rodolphe Théophile Bosshard war einer der bedeutensten Schweizer Maler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zwischen den Weltkriegen war er in Paris tätig. Etwas früher war der ebenfalls aus der Westschweiz stammende Edouard Vallet aktiv. Seine Werke stehen in einer Linie mit dem Oeuvre von Ferdinand Hodler, Giovanni Giacometti und Giovanni Segantini.

Bei Maurice de Vlaminck und Kees van Dongen handelt es sich um Maler, die zu den so genannten Fauvisten gehören. Diese Gruppe war Anfang des 20. Jahrhunderts in Frankreich tätig. Auch Georges Braque gehörte dazu, ehe er zusammen mit Picasso Mitbegründer des Kubismus wurde.

Geständnisse abgelegt

Die Ermittlungen gegen die Männer wurde 2007 eröffnet, als einer Lausannerin ein Werk von Giacometti entwendet worden war. Die Beschuldigten hatten das Original durch eine Kopie ersetzt. Noch im gleichen Jahr stiess die Polizei auf mehrere Fälschungen des Waadtländer Künstlers Bosshard.

Die vier Angeschuldigten legten im August 2008 Geständnisse ab. Bei den Geschädigten handelt es sich um Leute, die in der Schweizer Kunstszene verkehren. Die von der Polizei geschätzte Deliktsumme beläuft sich auf über 400 000 Franken.

Die Untersuchungen sind inzwischen abgeschlossen worden. Der Untersuchungsrichter wird das Dossier demnächst an ein Gericht überweisen. Bei der Polizei glaubt man, dass der Grossteil der Fälschungen aus dem Verkehr gezogen wurde. Einige wenige Bilder könnten aber noch im Umlauf sein, sagte der Polizeisprecher. (jcg/sda)

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