Neue Schützenmatte: Kunstmeile und neuer Aaresteg für Bern
Aktualisiert

Neue SchützenmatteKunstmeile und neuer Aaresteg für Bern

Die Hodlerstrasse, der Aarehang und die Schützenmatte sollen umgestaltet werden. Der Parkplatz wird im Sommer aufgehoben und multifunktional genutzt.

von
Sonja Mühlemann

Ein neuer Boulevard für Bern statt einer lärmigen Durchgangsstrasse: Die Hodlerstrasse soll zur Kunstmeile werden und einen «repräsentativen Charakter» erhalten – dies wünscht sich das Begleitgremium zur Umnutzung der Schützenmatte. «Es könnte etwa eine Baumallee gepflanzt und der Fussgängerbereich ausgebaut werden», sagt Juerg Luedi, Projektleiter von NEUstadt-lab 2015.

Drogenanlaufstelle soll bleiben

Weiter sollen das Kunstmuseum und der Progr besser miteinander verbunden werden – etwa indem die Passerelle zwischen dem Progr und dem Haus der Kantone für Fussgänger geöffnet wird. Und weiter: «Wir wünschen uns einen neuen Aaresteg, der das Kunstmuseum mit dem Botanischen Garten verbindet», so Luedi. Zudem sollen sich mehr Läden und Boutiquen in die Gebäude an der Hodlerstrasse einmieten und Passanten anziehen. «Neben der Bundesgasse war die Hodlerstrasse schliesslich einst als repräsentativer Boulevard in der Bundesstadt geplant.» Die Pläne sollen aber nicht zu Lasten des Autoverkehrs gehen: «Das Verkehrsvolumen soll nicht reduziert, aber anders gelenkt werden», sagt Luedi. Weiter soll die Drogenanlaufstelle besser integriert werden. Es sei nicht die Idee, die Süchtigen auszugrenzen, sondern den Standort qualitativ zu unterstützen.

Konzerte und Bars

Die neue Nutzung der Hodlerstrasse ist Teil des neuen Nutzungskonzepts für die Schützenmatte – damit will die Stadt das Problem des «Drogen Drive-In» angehen. Eine Studie zur Reitschule kam zum Schluss, dass viele Probleme mit Dealern und dem Konsum harter Drogen daher rühren, dass das alternative Kulturzentrum an den grossen und unübersichtlichen Parkplatz grenzt. Eine Belebung des Platzes würde Abhilfe schaffen.

Und genau dies wird nun zwischen dem 30. Juli und dem 27. September geprobt: Die Parkplätze auf der Schützenmatte werden aufgehoben und die Stadtberner können sich auf der Fläche austoben. «Es können erste Erfahrungen gesammelt werden, wie der Platz einst von verschiedenen Interessengruppen als multifunktionaler Kunst- und Kulturraum für vielfältige Begegnungen genutzt werden könnte», beschreibt Luedi die Idee. Während 60 Tagen werden unter anderem Konzerte und Feste stattfinden, Künstler auf und es werden Cafés und Bars eingerichtet.

«Auf einem Teil des Platzes werden Kies und Sand für eine Urban Gardening-Komfortzone angehäuft und die ContainerCity wird ein offenes Klassenzimmer beherbergen», sagt Luedi. Die Ideen wurden beispielsweise im vergangenen Sommer während des dreitägigen Labors Schützenmatte gesammelt. Die Stadtberner seien nun eingeladen, auf den Parkfeldern Neues auszuprobieren: «Ideen können spontan eingebracht werden – von Theaterstücken bis zum mobilen Laden ist alles denkbar.»

Ab dem 1. Juni können sich Interessierte via Website und ab dem 30. Juli vor Ort anmelden.

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