28.02.2019 11:10

Fan-Artikel in Bio-Qualität

Kunz ist der nachhaltigste Musiker der Schweiz

Marco Kunz gehört nicht nur zu den erfolgreichsten Mundartmusikern, sondern auch zu den nachhaltigsten: Seit neustem produziert er sogar sein Merchandise in Bio-Qualität.

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mim

Am Mittwoch stieg Kunz' neues Album «Förschi» auf dem ersten Platz der Hitparade ein. Es ist bereits das dritte Mal, dass sich ein neuer Release des Luzerners, der mit bürgerlichem Namen Marco Kunz heisst, direkt an der Spitze der Schweizer Charts platziert.

Doch nicht nur mit seiner Musik verzeichnet der 33-Jährige nachhaltige Erfolge: Auch was die Umwelt betrifft, ist er konsequent unterwegs.

Fan-Artikel in Bio-Qualität

Begonnen habe es mit dem Essen: Er habe angefangen, dessen Herkunft und Produktion zu hinterfragen, wie er 20 Minuten erzählt. Später habe er sich die gleichen Fragen bei Kleidern gestellt, dann seine Reisegewohnheiten überdacht.

Nachhaltigkeit bestimmt den Alltag des Musikers. Inzwischen werden sogar seine Fanartikel in Bio-Qualität produziert.

Wie viel Nachhaltigkeit geht in Alltag und Beruf? Wir haben Kunz zum Öko-Check gebeten.

Kunz reist in Europa per Zug

«Wenn immer möglich, bin ich mit dem Zug und in den Städten mit dem Velo unterwegs», erzählt Kunz. Zu Konzerten müsse er zwecks Instrumente-Transport meist mit dem Auto – dann fahre die Band aber zu zweit oder zu dritt.

Beim Fliegen kommt er mit seinem Gewissen in Konflikt, wie er gesteht: «Ich liebe es, zu reisen, und ich habe jedes Mal ein schlechtes Gewissen, wenn ich mit dem Flugzeug unterwegs bin.» Strecken innerhalb Europas lege er immer mit dem Zug zurück. Längste Zugfahrt bisher: nach Stockholm.

Sein gesamtes Merchandise ist bio

Er habe bis anhin kein eigenes Merch gehabt, sagt Kunz, und erklärt wieso: «Lange fand ich keinen Produzenten, der wirklich nachhaltige Shirts in guter Qualität produzierte.» Mit der Migros habe er nun ein Unternehmen gefunden, das seine Fanartikel in Bio-Qualität und zahlbar produziere. «Damit möchte ich auch ein Zeichen setzen, dass nachhaltige Produkte nicht unbedingt sehr teuer sein müssen», sagt er.

Für die Berufskleidung setzen Kunz und seine Mitmusiker auf fair und regional produzierte Stücke. «Mein Jackett besitze ich bereits seit vier Jahren. Es wurde handgemacht von Lu Couture aus Luzern, die auch meine ganze Band ausstatten.» Ihre Bühnen-Outfits seien alle in der Schweiz produziert worden.

Auch privat achtet der Luzerner auf nachhaltige Kleidung: «Ich versuche immer, Kleidung in Bio-Qualität einzukaufen und die Teile dann so lange, wie es geht, zu tragen.» Sein Motto laute dabei: weniger ist mehr.

Kunz-CD-Hüllen sind aus Karton

«Unsere ersten Alben waren komplett in Plastik verpackt, was mir rückblickend nicht gefällt», sagt Kunz hinsichtlich der CD-Produktion. Das hätten sie geändert: Ihre CD-Hüllen würden nun aus plastifiziertem Karton bestehen. Trotzdem gibt Kunz zu: «Aus ökologischer Sicht muss ich sagen: Ja, Streams sind umweltfreundlicher.» Er finde es aber trotzdem schön, ein Album zu besitzen.

Er isst wenig Fleisch

«Für mich ist Fleisch wirklich ein pures Genussmittel», sagt Kunz und fügt an, dass er äusserst bewusst und nur wenig Fleisch esse. Ausserdem kaufe er, wenn immer möglich, bio ein, greife meist auf saisonales Gemüse zurück und bevorzuge regionale Produkte: «Ich esse zum Beispiel Leinsamen statt Chiasamen. Und im Winter verwende ich keine Gurken und Tomaten.»

Auch gegen Foodwaste setzt er sich ein, wie er erklärt: «Ich achte darauf, nicht zu viel einzukaufen.» Ausserdem schmeisse er nie etwas weg, nur weil das Ablaufdatum überschritten worden sei: «Ich teste immer, ob man es noch essen kann.» Nach seiner Erfahrung sei in 95 Prozent der Fälle das Essen noch gut.

Apropos Einkaufen: Auch hier gäbe es einfache Lösungen, nachhaltiger zu handeln. «Ich kaufe zum Beispiel gern bei unseren zweigrossen Genossenschaften ein, wo ich weiss, dass die Arbeiter gut bezahlt werden und die Auswahl an nachhaltigen Produkten mittlerweile sehr gross ist.»

Im Video oben erzählt Kunz von seinem neuen Album «Förschi» – und verrät zudem, was «Förschi» überhaupt bedeutet.

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