Konzentration: Kuoni-Aktie schiesst dank Umbauplänen in die Höhe
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KonzentrationKuoni-Aktie schiesst dank Umbauplänen in die Höhe

Die Neuausrichtung von Kuoni kommt an der Börse gut an: Der Titel stieg zeitweise um zehn Prozent. Kuoni will sich auf rentablere Bereiche konzentrieren.

von
sas
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Schwieriger Schritt für Kuoni-CEO Peter Meier. Nach einer strategischen Lagebeurteilung sei man zum Schluss gekommen, sich ausschliesslich als Dienstleister zu positionieren, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Schwieriger Schritt für Kuoni-CEO Peter Meier. Nach einer strategischen Lagebeurteilung sei man zum Schluss gekommen, sich ausschliesslich als Dienstleister zu positionieren, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Keystone/Walter Bieri
Kuoni steigt aus dem Geschäft mit dem Verkauf und der Organisation von Reisen in der Schweiz, Grossbritannien, den Benelux-Ländern, Skandinavien sowie Hongkong und Indien aus.

Kuoni steigt aus dem Geschäft mit dem Verkauf und der Organisation von Reisen in der Schweiz, Grossbritannien, den Benelux-Ländern, Skandinavien sowie Hongkong und Indien aus.

Keystone/Gaetan Bally
Der Unternehmensteil, der verkauft wird, beschäftigt rund 3800 Mitarbeiter. Sie bieten in diesen Märkten Pauschal- wie auch Individualreisen an.

Der Unternehmensteil, der verkauft wird, beschäftigt rund 3800 Mitarbeiter. Sie bieten in diesen Märkten Pauschal- wie auch Individualreisen an.

Keystone/Gaetan Bally

Kuoni will das klassische Geschäft als Reiseveranstalter verkaufen und sich künftig auf die Rolle als Reisedienstleister konzentrieren. Diese Umbaupläne kommen an der Börse gut an: Die Aktien des Schweizer Traditionsunternehmens lagen am Mittwochvormittag zeitweise fast 10 Prozent im Plus. Am Ende das Tages steht der Titel 8 Prozent höher als am Vortag. Offensichtlich versprechen sich die Investoren aus dem Verkauf des Geschäftsteils eine bessere Rendite auf ihrem bei Kuoni investierten Kapital. «Der Problembereich Tour Operating fällt in Zukunft weg», schreiben die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einem Anlagekommentar.

Grundsätzlich begrüsst die ZKB die Konzentration auf die Wachstumsbereiche. Vor allem im Grossistengeschäft mit Hotelbetten erwarte man jedoch anhaltend starke Konkurrenz von den globalen Mitbewerbern. Kuoni bleibt hier laut der ZKB ein eher kleiner Player, dem mittelfristig möglicherweise die kritische Masse und das notwendige Investitionsvolumen fehlen.

Beim Gruppenreisegeschäft und beim Visageschäft dürfte die Positionierung besser sein und die Marktposition besser zu verteidigen oder sogar ausbaubar sein, schreibt die ZKB. Bei der Bank Vontobel sieht man den angekündigten Schritt als «Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens».

Schwieriger Verkauf

Für den zum Verkauf stehenden Unternehmensteil arbeiten weltweit rund 3800 Mitarbeiter. Sie verkaufen und organisieren in der Schweiz, den Benelux-Ländern, Skandinavien, Hongkong und Indien Pauschal- wie auch Individualreisen. Kuoni betreibt insgesamt rund 250 eigene Reisebüros, 80 davon in der Schweiz.

Der Verkauf des Reiseveranstalter-Geschäfts im laufenden Jahr sei jedoch im derzeitigen Umfeld eine Herausforderung, heisst es bei der Bank J. Safra Sarasin. Die Ankündigung von Kuoni leite einen tiefgreifenden Wandel ein. Trotz des Anstiegs am Mittwochmorgen haben die Kuoni-Titel in den letzten zwölf Monaten rund 20 Prozent ihres Werts verloren.

Kommt die Migros zum Zug?

Die Kuoni Gruppe verkauft mit dem Reiseveranstaltergeschäft auch den Namen. Die Suche nach Käufern wird erst gestartet. Die Kuoni-Gruppe wird das Geschäft mit der Organisation und dem Verkauf von Reisen an Einzelkunden in sechs Tranchen verkaufen, sagte Kuoni-Chef Peter Meier an einer Medienkonferenz am Mittwoch in Zürich. So soll jede der insgesamt sechs Ländergesellschaften einzeln veräussert werden. Eine weitere Aufspaltung ist gemäss Meier nicht geplant.

Eine mögliche Käuferin wäre die Migros-Tochter Hotelplan. Sie ist bereits mit 10 Prozent an Kuoni beteiligt. Zudem ist der Chef von Hotelplan, Thomas Stirnimann, ein ehemaliger Spitzenmanager von Kuoni. «Zu strategischen Belangen geben wir keine Auskunft», sagte Hotelplan-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir zu 20 Minuten. Eine weitere Käuferin könnte TUI Suisse sein. Kuoni-Chef Peter Meier wollte sich an der Pressekonferenz nicht zu einzelnen Interessenten äussern. Er sprach von einer breiten Palette an möglichen Käufern. Dies bedeutet, dass auch Akteure wie Thomas Cook oder FTI Touristik in Frage kommen.

Ungefähr 400 Milllionen

Wie viel der Verkauf der Sparte Kuoni einbringen wird, ist schwierig einzuschätzen. Es spielen verschiedenste Faktoren eine Rolle. Laut den Analysten der ZKB liegt der mögliche Betrag aber im Bereich von ungefähr 400 Millionen Franken.

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