Aktualisiert 16.03.2006 21:07

Kuoni auf Fuerteventura für 98 Mio Fr baden gegangen

Kuoni ist zu seinem 100-jährigen Bestehen tief in die Verlustzone gerutscht. Schuld ist ein «Taucher» auf Fuerteventura.

Nachdem Kuoni 2004 noch einen Gewinn von 74,1 Millionen Franken verbuchen konnte, klaffte letztes Jahr ein Loch von 42 Millionen Franken in der Kasse des Reisekonzerns. Schuld sei unter anderem der Verkauf der US-Tochter Intrav, hiess es bei Kuoni. Dies belastete das Ergebnis mit 58,3 Millionen Franken.

Die Hauptursache für den Verlust sind aber Abschreibungen und Rückstellungen in der Höhe von 98 Millionen Franken wegen dem überschuldeten Berner Ferienverein: Kuoni hatte mit dem Verein den Bau einer Ferienanlage auf Fuerteventura in Angriff genommen. Es kam aber zu Kostenüberschreitungen und Rentabilitätsproblemen.

Weil kein Käufer für die Anlage gefunden werden konnte, baut Kuoni diese nun selber fertig und versucht, sie dann zu veräussern. «Damit ziehen wir einen Schlussstrich unter ein sehr unerfreuliches Kapitel», sagte Konzern-Chef Armin Meier.

Der Umsatz des Unternehmens stieg hingegen um 3 Prozent auf 3,688 Milliarden Franken. Das Resultat ist laut Kuoni dank der starken Präsenz in Indien, China und Afrika zustande gekommen.

(dapd)

Schwarzer Peter um Verschuldung

«Noch am 12. Januar hatte der Berner Ferienverein gesagt, die Projektfinanzierung sei gesichert. Ende Monat waren sie dann aber plötzlich überschuldet», sagte Kuoni-Chef Armin Meier gestern an der Medienkonferenz. Das sei offensichtlich eine Irreführung. Der Reisekonzern prüft nun juristische Schritte gegen den Ferienverein. «Kuoni wurde am 12. Januar auf Unsicherheiten in der Finanzierung hingewiesen», sagte hingegen Ferienverein-Vorstand Felix Rutschmann.

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