Traditionsfirma: Kuoni trennt sich von seinen Reisebüros
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TraditionsfirmaKuoni trennt sich von seinen Reisebüros

Kuoni steigt aus dem Reiseveranstalter-Geschäft aus. Die Reisebüros sollen verkauft werden. Der Konzern will sich unter anderem auf das Geschäft mit Visa fokussieren.

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sas/dia
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Schwieriger Schritt für Kuoni-CEO Peter Meier. Nach einer strategischen Lagebeurteilung sei man zum Schluss gekommen, sich ausschliesslich als Dienstleister zu positionieren, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Schwieriger Schritt für Kuoni-CEO Peter Meier. Nach einer strategischen Lagebeurteilung sei man zum Schluss gekommen, sich ausschliesslich als Dienstleister zu positionieren, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Keystone/Walter Bieri
Kuoni steigt aus dem Geschäft mit dem Verkauf und der Organisation von Reisen in der Schweiz, Grossbritannien, den Benelux-Ländern, Skandinavien sowie Hongkong und Indien aus.

Kuoni steigt aus dem Geschäft mit dem Verkauf und der Organisation von Reisen in der Schweiz, Grossbritannien, den Benelux-Ländern, Skandinavien sowie Hongkong und Indien aus.

Keystone/Gaetan Bally
Der Unternehmensteil, der verkauft wird, beschäftigt rund 3800 Mitarbeiter. Sie bieten in diesen Märkten Pauschal- wie auch Individualreisen an.

Der Unternehmensteil, der verkauft wird, beschäftigt rund 3800 Mitarbeiter. Sie bieten in diesen Märkten Pauschal- wie auch Individualreisen an.

Keystone/Gaetan Bally

Der Reisekonzern Kuoni gibt das Geschäft mit der Organisation und dem Verkauf von Reisen in der Schweiz, Grossbritannien und zahlreichen anderen Ländern auf. Für die Sparte mit rund 3800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 2 Milliarden Franken wird ein Käufer gesucht.

Nach einer strategischen Lagebeurteilung sei man zum Schluss gekommen, sich ausschliesslich als Dienstleister zu positionieren, heisst es in einem Communiqué vom Mittwoch. Mit dem Verkauf des Reisegeschäfts will Kuoni sich künftig auf die drei wachstumsträchtigen Kerngeschäfte konzentrieren.

Zu den Kerngeschäften gehören zum einen Dienstleistungen für die globale Reiseindustrie, Global Travel Distribution genannt. Das Unternehmen tritt dabei als Grossist und Anbieter von Hotelübernachtungen und weiteren Reisedienstleistungen für andere Anbieter auf.

Veranstalter für Gruppenreisen

Zum anderen wird Kuoni mit der Sparte Global Travel Services weiterhin als Veranstalter von Gruppenreisen auftreten und an den Destinationen Dienstleistungen bei Unterkunft, Transport, Ausflügen und Aktivitäten, Veranstaltungen und Veranstaltungsmanagement anbieten.

Mit der Division VFS Global schliesslich tritt Kuoni als Outsourcing-Partner für inzwischen 45 Regierungen auf. Kuoni betreibt für diese 1400 Visa-Antragszentralen in 117 Ländern. Kuoni schätzt den weltweiten Marktanteil von VFS auf 50 Prozent. Beinahe 70 Prozent des Umsatzes macht Kuoni dabei im asiatisch-pazifischen Raum.

Weiterhin grosse Konkurrenz

«Mit dem von Kuoni angekündigten Schritt erfolgt eine Fokussierung auf diejenigen Geschäftsteile, die jüngst noch gewachsen sind und für die Kuoni für die Zukunft grösseres Potenzial sieht», schreiben die Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) in ihrer Beurteilung. Grundsätzlich begrüsst die ZKB die Konzentration auf die Wachtumsbereiche. Vor allem im Grossistengeschäft mit Hotelbetten erwarte man jedoch anhaltend starke Konkurrenz von den globalen grossen Mitbewerbern. Kuoni bleibt hier ein eher kleiner Player, dem mittelfristig möglicherweise die kritische Masse und das notwendige Investitionsvolumen fehlen, schreibt die ZKB. Beim Gruppenreisegeschäft und beim Visageschäft dürfte die Positionierung besser sein und die Marktposition besser zu verteidigen sein.

40 Prozent des Konzernumsatzes

Der Unternehmensteil, der verkauft wird, ist in der Schweiz, in Grossbritannien, den Benelux-Ländern, Skandinavien, Hongkong und Indien tätig. Rund 3800 Mitarbeiter organisieren und verkaufen in diesen Märkten Pauschal- wie auch Individualreisen. Kuoni gehört nach eigenen Angaben in Europa zu den fünf grössten Anbietern in diesem Geschäft.

Die Sparte machte 2014 einen Umsatz von 2,2 Milliarden Franken. Das entspricht rund 40 Prozent des gesamten Konzernumsatzes.

Mit seinen Marken verfüge Kuoni als Reiseveranstalter über eine hohe Glaubwürdigkeit, heisst es im Communiqué. Dass man sich dennoch für einen Verkauf der Sparte entschieden hat, begründet der Reisekonzern mit veränderten Marktbedingungen und den zahlreichen damit verbundenen Herausforderungen in der Branche.

Für Kunden soll sich vorerst nichts ändern

Die Kuoni-Gruppe hält weiter fest, dass sie bestrebt ist, den Fortbestand der Kuoni-Geschäftsstellen in der Schweiz und die Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter zu sichern. Für Kunden ändert sich durch den Veräusserungsentscheid vorerst ohnehin nichts. Alle vom Verkauf betroffenen Unternehmensteile von Kuoni werden vorerst weitergeführt. Kuoni will im Laufe des Jahres einen Käufer für das Reiseveranstalter-Geschäft finden. Auch der Name «Kuoni» wird sich wohl nicht ändern. (sas/dia/sda)

Über 100 Jahre im Geschäft

Die Firma Kuoni wurde 1906 von Alfred Kuoni in Zürich gegründet. Die Firma ist an der Schweizer Börse kotiert und gilt als bekanntester Reiseveranstalter in der Schweiz. Kuoni betreibt insgesamt rund 250 eigene Reisebüros, 80 davon in der Schweiz. Zudem verkaufen rund 600 externe Reisebüros die Produkte zusätzlich. Kuoni tritt in der Schweiz unter anderem mit den Marken Helvetic Torus, Manta Reisen, Railtour, Kontiki Reise oder lastminute.ch auf. In der Schweiz beschäftigt Kuoni rund 1300 Mitarbeiter. (sas)

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