Millionenjob: Kuoni will ins Geschäft mit Mekka-Pilgern
Aktualisiert

MillionenjobKuoni will ins Geschäft mit Mekka-Pilgern

Saudi-Arabien will seine Visa-Administration auslagern. Im Rennen ist auch Kuoni. Der Reiseveranstalter hofft aufs Mekka-Geschäft.

von
Alex Hämmerli
Millionen muslimischer Pilger besuchen die Kaaba in Mekka. (Foto: reuters)

Millionen muslimischer Pilger besuchen die Kaaba in Mekka. (Foto: reuters)

12 Millionen Muslime pilgerten letztes Jahr nach Mekka. Bis 2025 rechnet Saudi-Arabien mit jährlich 17 Millionen Hadsch-Touristen. Den administrativen Aufwand, den die vielen Visa-Anträge verursachen, will das Land nun auslagern. Mit im Rennen um den Grossauftrag ist die Kuoni-Tochter VFS Global. Die Firma wurde 2001 in Indien gegründet. Heute ist VFS einer der drei grössten Mitspieler im Visa-Markt: Im vergangenen Jahr zählte das Unternehmen knapp 2000 Mitarbeiter und einen Umsatz von mehr als 100 Millionen Franken. VFS bearbeitete 7,1 Millionen Visa-Anträge aus 48 Ländern. Dieses Jahr dürften es über 8 Millionen sein. Mit dem Auftrag könnte sich das Volumen also mehr als verdoppeln. Zudem schielt Kuoni aufs Geschäft mit Pilgerreisen, wie CEO Peter Roth­well kürzlich verriet.

Laut Kuoni-Sprecher Peter Brun ist das Potenzial des Geschäftsfelds enorm: «Heute haben erst 15 Prozent der Regierungen ihre Visa-Dienste ausgelagert.» Die Regierungen vergeben seit den Terroranschlägen von 2001 vermehrt Aufgaben rund um die Visa-Vergabe an Unternehmen – «aus Sicherheitsgründen und um den Menschen das Anstehen zu ersparen», sagt Brun. Die Visa-Büros sammeln alle Informationen. Über den Antrag entscheiden aber immer die Botschaften.

Der Menschenstrom in Mekka

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